VII
—ò
ſtoff der Luft, zuſammen mit dem Waſſerſtoff und Sauerſtoff der Luftfeuchtigkeit teilweiſe zu Ammoniumnitrat(NH.)(NO;). Man hat berechnet, daß bei uns jährlich durch den Regen dem Hektar im Mittel 28 kg Ammoniumnitrat zugeführt werden.
Bekanntlich reicht aber die auf dieſe Weiſe dem Kulturboden zugeführte Menge von Kalium, Phosphor und Stickſtoff für den heutigen Wirtſchaftsbetrieb meiſt nicht aus. Man wendet daher Kunſtdünger an.
Die Kalkdünger ſind von früher her bekannt.
Die wichtigſten Kalidünger ſind außer Holzaſche: Kainit, Carnallit und das 40⸗pro⸗ zentige Kalidüngeſalz.
7) Was iſt Kainit?
Kainit iſt ein im reinen Zuſtande farbloſes, meiſt aber durch Eiſenverbindungen rötlich gefärbtes, glasglänzendes Salz, welches bei Staßfurt, Aſchersleben, Goslar, Sondershauſen und anderen Orten als Beſtandteil der ſog. Abraumſalze bergmänniſch gewonnen wird. Er kommt in gemahlenem Zuſtande als mehr oder weniger unreines Salzgemiſch in den Handel.
Wir können in ihm nachweiſen:
KaO, Na?O, MgO— HI, H.SO,— HaO.
Kriſtalliſieren wir ihn um, ſo ſcheiden ſich aus der Löſung ſowohl nadelförmige(Sul⸗ fate) als auch würfelförmige Kriſtalle(Chloride) aus. Gewöhnlich nimmt man an, daß er nach der Formel
KeSOa, MgSOx, MgCl,+ 61.O zuſammengeſetzt, aber meiſt durch größere Mengen Steinſalz und etwas Kaliumchlorid ver⸗ unreinigt iſt. Er wird unter Gewährleiſtung eines Gehaltes von 12,4% KaO verkauft.
Bei feuchter Aufbewahrung zieht er infolge ſeines Gehaltes an Magneſiumchlorid leicht Feuchtigkeit an, klumpt dann und muß vor dem Ausſtreuen gepulvert werden, was oft nur mit großer Mühe möglich iſt. Zuſatz von Torfſtreu u. a. verhindert das Hartwerden.
. 8) Was iſt Carnallit?
Carnallit iſt ein dem Kainit ähnliches, nur meiſt etwas dunkleres Salz, welches auch mit dieſem zuſammen gewonnen wird und ebenfalls gemahlen in den Handel kommt.
Wir können in ihm nur nachweiſen:
KeO, NaaO, MgO— HCl— HoO. Beim Umkriſtalliſieren erhalten wir daher auch nur würfelförmige Kriſtalle(Chloride). Gewöhnlich nimmt man an, daß es nach der Formel KCl. MgCle+ 62O zuſammengeſetzt, aber ebenfalls verunreinigt iſt, beſonders durch Steinſalz. Der Carnallit wird unter Gewährleiſtung eines Mindeſtgehalts von 9% KeO verkauft. Infolge ſeines ver⸗ hältnismäßig höheren Gehalts an Magneſiumchlorid klumpt er noch leichter als Kainit. 9) Was iſt 40⸗prozentiges Kalidüngeſalz?
Es iſt ein aus dem bei Staßfurt uſw. vielfach vorkommenden Rohearnallit künſtlich gewonnenes Salzgemenge. Der Rohearnallit beſteht hauptſächlich aus Carnallit, daneben aus Steinſalz. ſog. Kieſerit(Magneſiumſulfat), Anhydrit(Calciumſulfat) und Ton. Man ver⸗ arbeitet ihn auf Kaliumchlorid in folgender Weiſe. Er wird nach dem Zerkleinern mit ſiedender ſog.„Löſelauge“ behandelt. Dieſe Löſelauge iſt ein Abfallprodukt des ganzen Pro⸗ zeſſes und enthält beſonders Magneſiumchlorid und Natriumchlorid gelöſt. In dieſer Löſe⸗ lauge löſt ſich faſt nur Kaliumchlorid und Magneſiumchlorid auf. Der Reſt bleibt als Schlamm zurück. Aus der abgelaſſenen, hauptſächlich die Chloride von Kalium, Natrium und Magneſium haltenden heißen Löſung ſetzt ſich beim Erkalten ein Salzgemiſch von Kalium⸗ und Natriumchlorid ab. Das ſehr leicht lösliche Magneſiumchlorid und ein Teil des Na⸗ triumchlorids bleiben gelöſt und liefern die„Löſelauge“. Über jenes Salzgemiſch gießt man nun kaltes Waſſer, deſſen Temperatur durch die Löſungskälte noch vermindert wird. Hierbei löſt ſich hauptſächlich das in kaltem Waſſer faſt ebenſo gut wie in warmem lösliche Natrium⸗ chlorid. Das in kaltem Waſſer jedoch ſehr ſchwer lösliche Kaliumchlorid wird kaum gelöſt. Ja, das etwa in den oberen Schichten gelöſte Kaliumchlorid ſcheidet ſich beim Hindurchſickern


