IV
Call,(POa) Monocalciumphosphat, ſaurer phosphorſaurer Kalk, auch einbaſiſcher Kalk genannt; CaaH(POa)z Dicalciumphosphat, zweibaſiſcher phosphorſaurer Kalk; Caz(POa) Tricalciumphosphat, gewöhnlicher oder dreibaſiſcher phosphorſaurer Kalk. Entſprechend dieſen uns ſchon bekannten Calciumphosphaten verhalten ſich die Mag— neſiumphosphate, z. B.: Mg(PO)g Trimagneſiumphosphat. Alle Monophosphate ſind in Waſſer löslich, von den Di- und Triphosphaten nur die des Kaliums und Natriums, z. B.: KeH(POa) Dikaliumphosphat, NaHl(POa) Mononatriumphosphat. Die Eiſen⸗ und Kupferphosphate ſind gefärbt. Ferrophosphate ſind unbeſtändig. Sie oxydieren ſich bald zu Ferriphosphaten, ſo zum unlöslichen Triferriphosphat Fes(PO)z. Wir können jetzt auch die Formeln für die früher beſprochenen Vorgänge bilden. Behandeln von Knochenaſche(Tricalciumphosphat) mit überſchüſſiger, ſtarker Schwefelſäure: Ca,(PO.) † 381280„= 36a(S04)+ 211,PO, Verſetzen von Kalkwaſſer mit wenig Phosphorſäure: 3Ca(OlD+ 2 H.PO,= Ca(POa)?+ 6HB20 Hinzufügen von mehr Phosphorſäure: Cas(POa)?+ 4H.PO= 3Call.(POa)? Aufſchließen von Knochenaſche mit verdünnter Salzſäure: Ca,(POa)e+ 4HlCI= 2CaCl.+ Call, POa), Aufſchließen von Knochenaſche mit verdünnter Schwefelſäure: Cas(POi)e+ 2HSO= 2Ca(SOa)+ CaHH.(POa)? Aufſchließen von Knothanaſche mit Kohlenſäure: Ca(POa)e+ 4HeCO= 2Call.CO)+ CaHla(PO)2 Einwirken von Karbonaten auf Monoealciumphosphat: CaHl(PO.)e+ CaCOz= Cagll.(POa)+ HeO+ CO2 Einwirken von Baſen auf Monocalciumphosphat: Call(POpe+ 2Ca(OlI)= Ca,(POs)e+ 420 (Die Pflanzenaſchen enthalten ebenfalls Phosphate, wenn auch in geringer Menge.)
Zur Bereicherung des Ackerbodens an Humus verwendet man bekanntlich beſonders den Stallmiſt.
Im Stallmiſt finden ſich alle in der pflanzlichen und tieriſchen Aſche vorhandenen Salze. Von ihnen werden ein Teil, beſonders die Kaliſalze, durch die Jauche gelöſt. Doch können wir im Stallmiſt auch einige uns noch unbekannte ſalzähnliche Stoffe finden.
4) An feuchten, kalkhaltigen Stellen der unteren Stallwände zeigt ſich nicht ſelten ein zerfließliches Kriſtallpulver, der ſog. Mauerfraß. Sein kühlend-ſalziger Geſchmack erinnert an den des gewöhnlichen Salpeters. Daher führt es auch den Namen Mauerſalpeter.
Als Baſe können wir in ihm Kalk nachweiſen(Kalkſalpeter), während der gewöhnliche, meiſt als Salpetermehl vorkommende und an der Luft trocken bleibende Salpeter Kali ent— hält(Kaliſalpeter). Sie enthalten daher wohl den gleichen Säurereſt(den der Salpeterſäure). Zur weiteren Unterſuchung können wir alſo auch Kaliſalpeter zur Hilfe nehmen. Auf ge— ſchmolzenem Salpeter verbrennt Schwefel und Holzkohle(Schießpulver!) ſehr lebhaft. Er enthält alſo viel Sauerſtoff. Der Rückſtand erweiſt ſich als Kaliumſulfat und Kaliumkar⸗ bonat. Es entweicht jedoch zugleich viel Schwefeldioxyd und Kohlendioxyd. Um die Ent⸗ ſtehung dieſer letzteren gasförmigen Produkte zu vermeiden, erhitzen wir ein Gemiſch von Salpeter und Eiſen. Unter ſtarkem Aufſchäumen der Maſſe wird hier Stickſtoff frei. Der Rückſtand iſt Kali und Eiſenoxyd. Eine Nachprüfung mit dem meiſt nur in geringer Menge vorhandenen Kalkſalpeter ergibt, daß beide Salpeterarten außer dem Metall Stickſtoff und viel Sauerſtoff enthalten. Berechnungen ergeben die Formeln KCNOg) und Ca(NO)z. Für die beſprochenen Vorgänge können wir daher folgende Formeln annehmen:
2 KCWNO)+ 2 8= K(S0)+ 802+ 2N 4 KNO)+ 5 C= 2 KR 2(COz)+ 380,+ 4N 6 KNO)+ 10 Fe= 3K20+ 5FegO+ 6N.


