(Magneſium⸗ uſw. Salzen) eine ſirupartige Flüſſigkeit von ſtark ſaurem Geſchmack, die wir durch Aufnehmen mit wenig Waſſer und nochmaligem Filtrieren noch etwas beſſer reinigen können: die Phosphorſäure.
Daß dieſes eine uns neue Säure iſt, erkennen wir, wenn wir verſuchen aus ihr wieder phosphorſauren Kalk zu bilden. Tröpfeln wir ſie zu dieſem Zwecke in etwas Kalkwaſſer, ſo entſteht zunächſt ein körniger Niederſchlag von phosphorſaurem Kalk. Bei weiterem Zuſatz von Phosphorſäure verſchwindet derſelbe jedoch wieder, aber es ſcheiden ſich aus dieſer Lö⸗ ſung beim Eindampfen kleine Kriſtallblättchen aus. Es gibt alſo zwei Arten von phosphor⸗ ſaurem, Kalk: gewöhnlichen unlöslichen und ſauren löslichen.
Ähnlich wandelt jede andere Säure den gewöhnlichen phosphorſauren Kalk in löslichen ſauren phosphorſauren Kalk um(ſie„ſchließt ihn auf“), indem ſie zugleich mit einem Teile der Kalkbaſe ein eigenes Salz bildet. Mit verdünnter Salzſäure entſteht Chlorcalcium, ſo daß ſich die Knochenaſche vollkommen löſt. Mit verdünnter Schwefelſäure bleibt ein Teil(das entſtandene Calciumſulfat) ungelöſt. Aus dem Filtrat ſetzen ſich jedoch Blättchen des ſauren phosphorſauren Kalkes ab.
Selbſt beim Einleiten von Kohlendioxyd in Waſſer, in welchem etwas gewöhnlicher phosphorſaurer Kalk aufgeſchlämmt iſt, verſchwindet die Trübung nach und nach. Es bildet ſich ſaurer phosphorſaurer Kalk und ſaurer kohlenſaurer Kalk. Beim Erhitzen der klaren Löſung zerſetzt ſich letzterer unter Entweichen von Kohlendioxyd. Doch beſteht der ſich dabei ausſcheidende Niederſchlag nicht nur aus Calciumkarbonat. Denn beim Übergießen des ab— filtrierten Niederſchlages mit Salzſäure brauſt er nur ſchwach auf, ſeine ſalzſaure Löſung gibt auch auf Zuſatz von Kalkwaſſer eine neue Trübung, muß alſo Phosphorſäure enthalten. Da ſich eine Löſung von reinem ſauren phosphorſauren Kalk beim Erhitzen nicht zerſetzt, ſo muß das friſch gebildete Calciumkarbonat den gelöſten ſauren phosphorſauren Kalk in eine neue Art unlöslichen phosphorſauren Kalkes verwandelt haben, welcher nicht der ſeither uns be⸗ kannte ſein kann, da letzterem durch die Kohlenſäure ein Teil der Kalkbaſe entzogen worden war. Es gibt alſo drei Arten von phosphorſaurem Kalk:
1) gewöhnlichen unlöslichen; 2) eine unlösliche Art, welche weniger Calcium als der vorige beſitzt; 3) ſauren löslichen, welcher noch weniger Calcium als die vorige Art beſitzt.
Die unlöslichen Arten werden in lösliche umgewandelt(„aufgeſchloſſen“) durch Säuren, die lösliche Art wird in die unlöslichen Arten umgewandelt(ſie„geht zurück“) durch Baſen und Karbonate, wobeie rſtere den gewöhnlichen entſtehen laſſen, letztere hauptſächlich wohl nur die zweite Art.
Vollkommen verſtehen können wir dieſes Verhalten des phosphorſauren Kalkes aber erſt, wenn wir die Formeln für die betreffenden Verbindungen kennen. Das in der Phos⸗ phorſäure und ihren Salzen enthaltene Nichtmetall kann jedoch nur im Großen hergeſtellt werden. Es iſt der Phosphor(Element, P, Verbindungsgewicht 31). Dieſer iſt ein gelb⸗ licher, durchſcheinender Körper, der bei gewöhnlicher Temperatur weich wie Wachs und ſehr giftig iſt. Er wird unter Waſſer aufbewahrt, weil er ſich ſchon bei gewöhnlicher Temperatur an der Luft langſam oxydiert unter Entwicklung eines eigentümlichen Geruchs und Bildung von weißen Nebeln. Im Dunkeln iſt dabei ein mattes, bläuliches Leuchten wahrzunehmen (Phosphor⸗Lichtträger).
Schon bei ſchwachem Erhitzen ſchmilzt der Phosphor, entzündet ſich dabei ſehr leicht und verbrennt dann mit hellem Glanze zu einer weißen, ſchneeähnlichen Maſſe: Phosphor⸗ pentoxyd PaOz. Dieſes zieht begierig Feuchtigkeit an und verbindet ſich beim Auflöſen in Waſſer mit 3 Teilen desſelben zu Phosphorſäure
PęOs+ 3 HeO= 2HPOH (Beim Verbrennen von Phosphor in Luft unter einer abgeſchloſſenen Glasglocke bleibt Stick⸗ ſtoff zurück. Dabei verwandelt ſich der nicht verbrennende Teil des Phosphors infolge der Erwärmung in ſog. roten Phosphor. Dieſer iſt geruchlos, bleibt an der Luft unverändert, leuchtet im Dunkeln nicht und iſt nicht giftig).
Die erhaltene Phosphorſäure bildet mit Baſen ſtets 3 Reihen von Salzen, die Phos⸗ phate, z. B.:
1*


