Aufsatz 
Praktische Geometrie auf dem Gymnasium / von G. Degenhardt
Entstehung
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III. Chronik der Schule.

1 Schulzeit und Unterbrechung des Unterrichts. Gesundheitszustand.

Das Schuljahr wurde eröffnet Montag den 22. April und schliesst Sonnabend den 28. März. Der ÜUnterricht erlitt abgesehen von den herkömmlichen Ferien eine teilweise Störung durch Beurlaubung und Erkrankung mehrerer Lehrer. Beurlaubt waren: Prof. Wolff 1 Monat für seine Arbeit zur Erforschung des Limes, Prof. Roese 4 Wochen wegen Einberufung zu einer militärischen Dienstleistung, Lehrer Sauer aus dem gleichen Grunde drei Tage und ebensolange zur Ablegung der Rektoratsprüfung. Durch Krankheit wurden zur Aussetzung des Unterrichts genôtigt: Prof. Krebs 4 ½ Wochen, Oberlehrer Wiegandt 9 Tage und Lehrer Schultheis 5 Tage. Aufserdem war Lehrer Jünemann infolge seiner Erkrankung im Winter 1894/95(s. die letzten Schulnachrichten) im 1. Quartal verhindert, die ihm überwiesenen 12wöchentlichen Turnstunden zu erteilen, und konnte auch im 2. Vierteljahr nur 3 Stunden wieder übernehmen.

Der Gesundheitszustand der Schüler war abgesehen von denen der Klasse Unter- prima, die namentlich im Sommerhalbjahr vielfach die Lehrstunden versäumten, im ganzen ein günstiger.

2. Veränderungen im Lehrerkollegium.

An die Stelle des Prof. Dr. Langsdorf(vgl. den Jahresbericht Ost. 1895) trat mit Beginn des Schuljahres Prof. Dr. Roese.*)

*) Eduard Roese, geboren am 24. März 1855 zu Elze in der Provinz Hannover, Sohn des Königl. Baurats Georg Roese, evangelisch-lutherisch, besuchte das Ratsgymnasium zu Osnabrück 18691874, studierte auf der Universität Göttingen klassische Philologie und Deutsch 1874 1877 und erwarb daselbst die facultas docendi im Februar 1878. Ostern 1878 als wissenschaftlicher Hülfslehrer an das mit einer Realschule I. Ordnung verbundene Gymnasium zu Dortmund berufen, leistete er dort zugleich sein Probejahr ab, wurde bei der Abtrennung des Realgymnasiums Herbst 1879 dieser Anstalt zugewiesen, Ostern 1880 aber zum ordentlichen Lehrer am Gymnasium zu Dortmund und Ostern 1887 zum Oberlehrer daselbst ernannt. Im Juni 1884 auf Grund einer kritischen Ausgabe von des Dominikaners Jo. Nederhoff Cronica Tremoniensium zum Doctor philosophiae von der Universität Tübingen promoviert, war er 1890 Mitherausgeber des zweiten Bandes vom Dortmunder Urkundenbuche. Herbst 1890 an das Gymnasium zu Saarburg i. Lothr. berufen, nahm er im Herbste 1892 auf Veranlassung des Kaiserlichen Ministeriums an dem archäologischen Ubungscursus für deutsche Gymnasiallehrer in Italien teil, ward im Mai 1893 zum Professor ernannt, Herbst 1894 an das Gymnasium in Saargemünd versetzt und zum 1. April 1895 bei seinem Wiedereintritt in den preußischen höheren Schuldienst dem königlichen Kaiser-Friedrichs-Gymnasium zu Frankfurt a. M. überwiesen. Im Auftrage des Provinzial-Verbandes der Provinz Westfalen schrieb er 1894 95 die geschichtliche Einleitung zu den Bau- und Kunstdenkmälern der Kreise Dortmund(Stadt und Land) und Hoerde.