Aufsatz 
Praktische Geometrie auf dem Gymnasium / von G. Degenhardt
Entstehung
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würde. Zum Schlusse sei noch bemerkt, dafs die in Hôhe der Fassung im Innern ange- brachten Hohlkegel den Zweck haben, das Schwanken der Flüssigkeit beim Transport abzu- schwächen, besonders aber auch den Eintritt von Luttbläschen beim Eingieſsen des Wassers

zu verhindern.

§ 10. Meſstischaufnahme.

Um die gemachten Messungen auf einem Plane bildlich in verkleinertem Mafsstabe darzustellen, kann man entweder aus den gemessenen und berechneten Stücken die Figuren konstruieren oder unmittelbar an Ort und Stelle die Aufnahmen mit dem Meſstisch vor- nehmen. Dieser besteht beim Oh mannschen Apparate im wesentlichen aus einem Reiſs- brette von quadratischer Form, an dessen unterer Seite in der Mitte eine metallene Axe befestigt ist. Letztere kann in der Hülse eines Stativs befestigt und der ganze Apparat vermittels einer Dosenlibelle horizontal gestellt werden. Auſserdem gehort hierzu noch ein Lineal mit Transversalmafsstab, auf welchem der Diopterzeiger der Winkelscheibe so be- festigt werden kann, dafs die eine Linealkante in die Diopter-Ebene hineinfällt. Endlich ist an dem unteren Ende der oben erwähnten Axe ein Senkel angebracht, welches das genaue Aufstellen eines Punktes des Tisches über einem gegebenen Punkte des Feldes er- möglicht.

Die Handhabung ist aus der Lösung der folgenden Aufgabe ersichtlich.

Aufgabe: Es soll der auf dem Schulhofe abgegrenzte und abgesteckte Gelände- Abschnitt Tafel IV(20, 21, 22, 23, 24, 25) vermittels des Mefstisches aufgenommen werden. Lösung: Nachdem auf der Meſstischplatte ein Bogen Zeichenpapier befestigt ist, wird der Apparat mit Hilfe der Dosenlibelle über Punkt 21 horizontal aufgestellt und der

senkrecht über ihm gelegene Bildpunkt A(Fig. 26, Taf. II) auf der Platte bestimmt. Alsdann

lege man das Lineal an Punkt A an und drehe dasselbe soweit, bis der durch einen Stab angedeutete Punkt 20 mit A in einer Diopter-Ebene liegt. Diese Visierlinie wird nun an der Kante des Lineals entlang auf dem Papier gezogen, sodann die Strecke 21 20= 7,27 m gemessen und in verkleinertem Maſsstabe(etwa 1: 100)*) auf obiger Visierlinie von A bis B abgetragen. Hierauf visiere man bei ungeänderter Stellung des Tisches nach alleiniger Drehung des Lineals um Punkt A nach den Punkten 25, 24, 23 und 22 und ziehe jedesmal an der Kante die Linien bis ans Ende des Meſstisches. In gleicher Weise wird von Punkt 20 zuerst nach 21 darauf nach allen übrigen Punkten visiert und werden die entsprechenden Linien auf der Meſstischplatte gezogen; die Schnittpunkte zweier derselben ergeben der Reihe nach die Bildpunkte C, D, E, F. Um die Bildpunkte G und H des krummlinigen Stückes 22, 23, 24 zu finden, messe man in den abgesteckten Abschnitten die Pfeilhöhen JG= 1,20 m und KH= 0,49 m, trage dieselben in dem bisher gebrauchten Maſsstabe in den entsprechenden Punkten]J und K als Lote auf und lege freihändig Kreisbögen durch die Endpunkte G und H.

*) Fig. 26, Taf. II ist im Verhältnisse 1: 300 gegeben.

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