ausdrückt, gebraucht. Cäsar überliess den Soldaten die Stadt zum Plündern oder zur
Plünderung.
2. als Prädikatsnomen nach sein, bleiben, scheinen. Die Geiseln sind zurückzugeben. Diese Verbindung hat die Bedeutung der Notwendigkeit oder Möglichkeit im passiven Sinne. Der obige Satz kann auch lauten: Es ist notwendig, dass die Geiseln zurückgeben werden; obsides remittendi sunt. Der Plan ist, wie es scheint, zu tadeln; consilium reprehendendum videtur.
3. als Subjekt; dann hat er meist ein Objekt bei sich. Für das Vaterland zu sterben, ist, ein erhebendes Gefühl; Pro patria mori dulce est.
4. als Objekt:
a) bei den Verben des Hoffens und Beteuerns und deren Gegenteil, wenn das Hoffen und Beteuern die eigne Person betrifft; es sind dies die Verben: hoffen, glauben— fürchten; bekennen, beteuern— leugnen.
b) bei den Verben des Wollens, wenn das Wollen auf die eigne Person gerichtet ist: beschliessen, wünschen, streben, sich getrauen, suchen(versuchen), vorhaben, gedenken, drohen, sich gewöhnen, verziehen— sich weigern,(ver)meiden, zögern.
c) bei den Verben, die die Einwirkung auf den Willen eines anderen ausdrücken; diese sind: raten, bitten, mahnen, erinnern, warnen, heissen, befehlen.
d) bei den Verben: anfangen, beginnen, fortfahren, aufhören, wagen, pflegen, verstehen.
Anm. Bei einzelnen dieser Verben kann auf den Infinitiv, wofern er ihnen nach- steht, durch ein Demonstrativadverbium hingewiesen werden. Wir bitten Dich darum, die Germanen über den Rhein zurückzudrängen.
e) nach Substantiven auf die Frage„was für ein“ zur Bezeichnung des Attributes, z. B. die Kunst zu lesen ist zu erlernen. Häufig steht an Stelle dieses Infinitivs der sub- stantivierte Infinitiv: die Kunst„des Lesens“ oder Substantive auf ei. Die Kunst„der Heuchelei“ sollte jedem Deutschen fremd sein.
f) wie im Griechischen nach Adjektiven, die ein Objekt zu sich nehmen können, wie leicht, schwer, angenehm, würdig, wert, fähig.
Namentlich bei diesen Adjektiven ist auf die verschiedenartige lateinische UÜber- setzung des deutschen präpositionalen Infinitivs zu achten; res facilis(difficilis) intellectu oder ad intellegendum est; aptus, idoneus, dignus, indignus qui, aptus und idoneus qui. Der In- finitiv kann dagegen im Lateinischen nie wie im Deutschen von einem Adjektiv abhängen. Eine scheinbare Ausnahme macht paratus z. B.: bellum gerere; hier ist aber der Infinitiv nicht von dem Adjektiv, sondern von dem Particip abhängig wie z. B. in dem Satze: Ariovistus cunctans in colloquium venire legatos cum his mandatis ad Caesarem misit.
III. Der substantivierte Infinitv. Er ist vollständig zu einem Substantiv geworden; er wird wie ein solches dekliniert, kann den Artikel bei sich haben und wird durch Adjektive näher bestimmt. Das heftige Weinen der Sequaner fiel Cäsar auf. Trotz wiederholten Fragens erhielt er von ihnen keine Antwort.
Anm.: 1) Der substantivierte Infinitiv ist immer da zu vermeiden, wo ein völlig gleich- bedeutendes wirkliches Substantiv zu Gebote steht. An dem Ausbrechen neuer Empörungen zweifelte Cäsar nicht(statt an dem Ausbruch). 2) Der substantivierte Infinitiv darf nicht mit zu vielen näheren Bestimmungen beladen werden; namentlich wird der Ausdruck schwerfällig, wenn zu den Attributen noch Adverbialia hinzutreten. Beisp.: Das Weinen der Sequaner
während dieser Rede fiel Cäsar auf; dafür besser ein Nebensatz: Dass die Sequaner wührend dieser Rede weinten, fiel Cäsar auf.


