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2 (1898)
Entstehung
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Eine besondere Art des realen Grundes enthalten die Nebens., welche das Mittel zu der Erzielung der Wirkung angeben, die im Hauptsatz bezeichnet ist; solche Nebens. werden mit der Konjunktion dass, auf die im Haupts. ein davon, dadurch, daher, daran, daraus hin- weist, eingeleitet. Die Soldaten wurden auf den Feldherrn dadurch aufmerksam, dass er einen roten Mantel trug. Die Wirkung ist das Aufmerksamwerden; diese wird erreicht durch das Manteltragen.

g. in solche, die den Erkenntnis- oder Beweggrund d. h. die vorliegenden Verhält- nisse enthalten, warum das Subj. des regierenden Satzes so handelt oder so handeln muss; in diesem Falle wird da oder weil gebraucht. Beisp.: Cäsar bestrafte die Aduatuker weil(oder da) sie treulos gewesen waren. Wie der Nebens. angibt, veranlasste den Cäsar zur Bestrafung der Ad. die Erkenntnis, dass sie treulos gewesen waren(logischer Grund). Cäsar liess die Greise und Frauen am Leben, weil er ihnen solches versprochen hatte (moralischer Grund).

Zusatz. 1. Nach den Verben, die eine Gemütsbewegung oder die Kusserung einer Ge- mütsbewegung ausdrücken, können die Nebens. mitdass oder mitweil eingeleitet werden; der Dass-Satz(ein Inhaltssatz) gibt das Subjekt oder Objekt der betreffenden Gemütsstimmung oder deren Ausserung an, während der mit weil beginnende Satz den Grund der Gemüts- stimmung oder deren Kusserung angibt. Wir tadeln(es) an Cäsar, dass er die Häuptlinge der Germanen zurückhielt.(Der Dass-Satz enthält die Handlung oder das Objekt, auf das sich unser Tadel erstreckt). Wir tadeln(äsar, weil er die Häuptl. der Germ. zurückhielt(der Weil-Satz enthält die Handlung, die unseren Tadel hervorruft, dessen Grund bildet).

Im Lateinischen sind natürlich die Verba der Gemütsstimmung und die der KAusserung der Gemütsstimmung zu trennen.

Zusatz 2. In dem kausalen Nebens. steht der subj. Konj., wenn der Satzurheber nicht seinen Grund angibt, sondern den des Subjektes des regierenden Satzes. Die Athener ver- urteilten den Sokrates, weil er ihre Söhne verdürbe(Grund des Subj. des regier. Satzes= Athener).

2. Die Finalsätze. Die Absichtssätze drücken die Absicht aus, deren Erreichung das Subj. des Haupts. mit der ihm zugeschriebenen(prädizierten) Handl. verfolgt. Ist eine Sache Subj. des Haupts., so bezeichnet der finale Nebens. den Zweck, dessen Erreichung die an der Sache vorgenommene Thätigkeit oder der Zustand der Sache dient. Die finalen Nebens. werden mitdamit oderdass eingeleitet; auf letzteres weist zuweilen ein darum, dazu, deshalb, deswegen hin.Ich gebe euch deshalb diese Versicherung, sagte Cäsar, damit. (dass) ihr ermutigt nach Hause geht. Bezeichnet der Satzurheber seine eigne Absicht oder erkennt er die Absicht des Subj. des regier. Satzes als thatsächlich vorhanden an, so setzt er in dem Finalsatze den Ind. Beisp.:(äsar liess die Brücke bewachen, damit der Rückzug sicher bewerkstelligt werden konnte; ich, der Satzurheber, bin der Ansicht, dass den Cäs. diese Absicht thatsächlich bei dem Brückenbau leitete. Will dagegen der Satzurheber über die Thatsächlichkeit der Absicht nicht entscheiden, sondern diese Absicht als Vorstellung des Subjekts des regierenden Satzes hervorheben, so setzt er in dem Finalsatze den subj. Konj. Beisp.: Cäs. liess die Brücke bewachen, damit der Rückzug sicher bewerkstelligt werden könnte; durch den subj. Konj. bezeichne ich, der Satzurheber, diese Absicht als eine Vorstellung des Subj. des regierenden Satzes, d. h. Cäsars. Doch auch der Satzurheber kann seine eigne Absicht, insoweit sie der Vergangenheit angehört, von seinem gegenwärtigen Standpunkte aus als Vorstellung bezeichnen. Ich machte mich vor Sonnenaufgang auf den Weg, damit ich nicht in die Mittagshitze käme.