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in der Erzählung verwendet, in der das einzelne Ereignis einen Teil einer grösseren Anzahl von Begebenheiten bildet. Das Imperf. des Nebensatzes bezeichnet dessen Handlung als mit der Handlung des Hauptsatzes gleichzeitig.
5. Das Plusquamperfekt gibt an, dass die betreffende Handlung in der Vergangenheit vollendet war, als eine andere eintrat.
6. Das Futur II, das im Deutschen verhältnismässig selten angewandt wird, be- zeichnet eine zukünftige Handlung, die aber im Vergleich mit einer anderen zukünftigen Handlung früher vollendet sein wird. Vertreter des Fut. II ist 1) das Fut. I, 2) das Perf., 3) das Praes.; in dem ersten Falle wird nur das Zukünftige der Handlung, im zweiten nur das Vollendetsein der Handlung und im dritten nur das Eintreten der Handlung betont. Beispiel: Wir werden zufrieden sein, wenn Ariorist Gallien verlassen haben wird. Ersatz des schwerfälligen Fut. II: 1) wenn Ar. G. verlassen wird, 2) wenn Ar. G. verlassen hat, 3) wenn Ar. G. verlässt.
Der Schüler ist, um das richtige Participium bei dem Participium coniunctum und dem Ablat. absol. zu wählen, im lateinischen Unterricht seit Quinta her an die Frage gewöhnt worden: In welchem zeitlichen Verhältnis steht die Handlung des Nebensatzes zu der des Hauptsatzes? Die Begriffe Gleichzeitigkeit und Vorzeitigkeit sind ihm daher bekannt. Welches Tempus in dem einzelnen Falle im Deutschen zu wählen ist, mag im Zusammenhang folgende Tabelle veranschaulichen:
Tempus des Hauptsatzes Tempus des Nebensatzes wenn dessen Handlung der des Hauptsatzes a) gleichzeitig ist b) vorausgeht 1. Praesens Praesens Perfekt 2. Imperfekt Imperfekt Plusquamperf.
Ersatz namentlich bei Temporalkonj. wie„als“
Imperfekt
3. Futur I Futur I Futur II Ers. Praesens Ers. Futur I „ Perfekt
„ Praesens.
II. Indikativ und Konjunktiv.
Unterschied des Indikativs und Konjunktivs in Hauptsätzen. Nachdem(äsar den Ariovist besiegt hatte, kamen keine Germanen mehr über den Rhein. Thatsächlich hat Cäsar über den Ariovist gesiegt; Thatsache ist es auch, dass keine Germanen mehr über den Rhein kamen.(Thatsache, Wirklichkeit, also Indikativ der Modus der Wirklichkeit). Nun bilde ich den Satz: Wenn C(äsar den Ariovist nicht besiegt hätte, so wären noch mehr Germanen über den Rhein gekommen. Das im Haupt- wie im Nebensatz Ausgesagte ist nicht wirklich gewesen, sondern steht mit der geschichtlichen Wirklichkeit im Widerspruch. Wir wollen das„wenn“ umschreiben: Angenommen den Fall, dass C. nicht den Ar. besiegt hätte, so wären noch mehr Germanen über den Rhein gekommen. Warum steht also hier der Konj.? Um eine blosse Annahme zu bezeichnen. Was für eine Annahme? Die mit der geschicht- lichen Wirklichkeit im Widerspruch steht,(d. h. die in der Vergangenheit nicht eintrat).—


