bekämpft. Beide standen längst in offener Feindschaft gegen den König, als Ernst sich erhob und ihnen sich dann anschlols. Die Lothringer indessen verglichen sich schon im selben Jahre mit dem König. Anfangs 1026 weilte letzterer in Trier bei dem Erzbischof Poppo, dessen Vermittlung es vielleicht zuzuschreiben ist, daſs Herzog Ernst sich unterwarf und wirklich, nicht ohne dafs auch Gisela und Heinrich für ihn baten(v. 131), auf dem Tag zu Augsburg Ver- zeihung erlangte, wie es scheint, unter der Bedingung, daſs er den König auf dessen Zug nach Italien begleite(Februar 1026). Nachdem Konrad noch von den versammelten Fürsten die Anerkennung der Designation seines Sohnes Heinrich zu seinem Nachfolger erlangt hatte, brach er auf zur Romfahrt und überschritt am 23. Februar die Grenzen Italiens, während er die Ordnung der deutschen Verhältnisse, insbesondere die Bekämpfung der noch immer nicht unterworfenen Grolſsen, des jüngeren Konrad und des Grafen Welf, dem jungen Heinrich unter Leitung des Bischofs Bruno von Augsburg überliels. Von Italien aus ernannte der König als Nachfolger Heimos auf dem Bischofsstuhl von Constanz Warmann, den eine freilich un- sichere Tradition dem Grafenhause von Dillingen angehören lälst; wenn Uhland ihn zu einem Oheim des Grafen Mangold gemacht hat, so mag er dabei die ebenfalls unsichere Uberlieferung im Auge gehabt haben, wonach beide nahe verwandt gewesen sein sollen. Jedenfalls aber griff dieser Bischof, der in der zweiten Hälfte des Septembers 1026 die Weihe empfing, später verhängnisvoll in die Geschicke Ernsts ein.— Ende Oktober erhielt Konrad von den Wirren Kunde, die Graf Welf in Schwaben und Baiern anrichtete; Augsburg, die Hauptstadt Schwabens und der Sitz seines Vertreters Bruno, wurde in des letzteren Abwesenheit von dem trotzigen Grafen erstürmt und geplündert. Auch in der Folge blieb Welf im Obergewicht. Diese Ereignisse bestimmten Konrad, seinen Stiefschn Ernst nach Schwaben zurückzuschicken, um dort Ruhe und Ordnung herzustellen. Der König hoffte um so mehr jetzt bei Ernst, dem er groſsmütig erst kurz vorher verziehen hatte, auf Treue rechnen zu dürfen, als er ihm das reiche Klostergut der Abtei Kempten, ohne sich an die dadurch hervorgerufene Unzufrieden- heit des Klerus zu kehren, noch vor dessen Heimkehr verlieh(vgl. v. 135— 137). Indessen schlecht lohnte Ernst dem König diesen Beweis seiner Gnade. Kaum war er wieder in der Heimat, in der Umgebung seiner alten Genossen, so vergals er seiner Pflicht aufs Neue und wandelte wieder, dem Einflufs des Grafen Werner von Kiburg folgend, die trüheren Wege; er schlofs sich den Empörern an, zu deren Bekämpfung ihn Konrad heimgesendet hatte. Ernst wandte sich zunächst gegen seinen Vasallen, den mächtigen Grafen Hugo von Egisheim im Elsafs¹, der als naher Verwandter von des Königs Mutter Adelheid seiner Erhebung sich nicht angeschlossen hatte. In diesem Kampfe fand dann die Zerstörung jener 3 Burgen Hugos statt, die Uhland. Wipo folgend, seinen Helden v. 658 erwähnen lälst. Dann wandte sich Ernst nach Burgund, auf dessen Erwerb alle seine Gedanken auch bei dieser Erhebung gerichtet waren. Indessen Rudolf von Burgund hatte um diese Zeit schon jeden Gedanken an Feind- seligkeiten gegen Konrad aufgegeben und hinderte Ernst daran, in seinen Landen festen Fuls zu fassen. Ernst kehrte darauf nach Schwaben zurück und verheerte, vielleicht von der Feste
Das Herzogtum Alamannia oder Schwaben— beide Namen finden sich seit den ältesten Zeiten neben einander— reichte damals im Westen bis an den Wasgenwald(Elsals), die Nordgrenze be- zeichnet die Lauter und eine in deren Verlängerung gedachte Linie über Cannstatt nach Nördlingen, die Ostgrenze der Lech; nach Süden hin gehörte dazu Rätien mit dem Engadin; Bellinzona war die südlichste Besitzung; von dort zog die Grenze nördlich bis zum Einfluls der Aare in den Rhein und von hier westlich über Basel hinaus etwa bis zu den Quellen des Oignon am Westabhang des Elsasser Belchen.


