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1. Teil (1895)
Entstehung
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der sich vorher gegen ihn aufgelehnt hatte; ihn bestrafte der Kaiser eine Zeit lang durch freie Haft und nachdem er seine Burgen, deren er sehr treffliche besafs, zerstört hatte, nahm er ihn wieder zu Gnaden an und setzte ihn wieder vollständig in seine Ehren ein. Bald nachher ſerst i. J. 10351] wurde Adalbero, Herzog der Istrier und Kärntner, als des Hochverrats schuldig überführt und vom Kaiser mit seinen Söhnen verbannt, und das Herzogtum desselben erhielt vom Kaiser jener Kuno, dessen Vater dasselbe schon vorlängst besessen haben soll. Von da an blieb Herzog Kuno dem Kaiser und seinem Sohne, dem Könige Heinrich, treu und ein guter Kriegsmann, so lange er lebte.(23) Im Jahre des Herrn 1028(14. April) liefs der Kaiser Konrad seinen Schn Heinrich, einen Knaben von trefflichem Geiste und guten Anlagen, im Alter von elf Jahren, mit Zustimmung der Fürsten des Reiches und der ganzen Masse des Volkes von Pilegrin, dem Erzbischofe von Köln, bei der Pfalz zu Aachen zur Königswürde erheben. Da wurde er am ersten Ostertage geweihet uud gekrönt und verdreifachte so die Osterfreude.(25) lia Jahre des Herrn 1030(29. März) feierte Kaiser Konrad beilngelheim das Osterfest. Dort wurde dem schon erwähnten Herzog Ernst von Alamannien, nachdem er aus seiner Haft entlassen war, sein Herzog- tum unter der Bedingung zurückgegeben, dafs er seinen Vasallen Wezel, der durch viele Parteiungen das Reich beunruhigt hatte, als einen Feind des Staates mit all den Seinigen verfolge und eidlich versichere, dals er dies thun wolle. Da das der Herzog aber nicht thun wollte, wurde er als offenbarer Feind des Kaisers verurteilt und des Herzogtums nun völlig verlustig wich er mit nur wenigen Anhängern von dannen. Der Kaiser aber gab die Herzogswürde Alamanniens an Hermann, den jüngeren Bruder desselben Ernst, und empfahl ihn der Obhut Warmanns, des Bischofs von Constanz. Auf einstimmigen Rat aller Reichsfürsten liefs der Kaiser denselben Ernst und alle, die sich gegen Gerechtigkeit und Frieden auflehnten, von den Bischöfen excommunicieren und ihre Besitzungen von Staats wegen einziehen. Selbst die Kaiserin Gisela setzte traurig zu sagen, aber löblich zu thun den unberatenen Sochn dem weisen Gatten nach und gab öffentlich die Zusicherung, dalfs sie, was jenem auch begegnen möchte, mit keinerlei Rache oder Feindschaft dafür Vergeltung suchen werde.(27) Ernst sann nach dem Verluste seiner herzoglichen Würde auf mancherlei und setzte mancherlei ins Werk, wie er dem Kaiser Widerstand leisten könne, wendete aber damit vergebens viele Mühe auf. Dann nahm er seinen Vasallen Wezel zu sich und zog mit ihm und wenigen andern in das Franken lateinischer Zunge zum Grafen 0do, seinem Verwandten. Die Mutter des Odo nämlich und die Mutter der Kaiserin Gisela waren Schwestern gewesen. Da er aber diesen um Rat und Beistand ersuchte, gab ihm derselbe, mochte er es nicht wollen oder nicht wagen, keinerlei tröstliche Zusicherung wider den Kaiser.(28) Der Herzog Ernst aber kam wieder heim nach Alamannien(1030), wo er sich in einer Wildnis, die der Schwarzwald heilst, an sehr sicheren Plätzen aufhielt und eine Zeit lang mit elender Beute sein Leben fristete. Nachdem er aber schliefslich von dem Heere des Kaisers auf allen Seiten lin der Burg Falkenstein¹] eingeschlossen war, fingen einige, die dem Kaiser anhingen, die Pferde, mit denen der Herzog und alle seine Leute trefflich versehen waren, durch List von der Weide ab. Da nun der Herzog nach dem Verluste der Pferde, auf die er seine Zuversicht setzte, keine Hoffnung mehr hatte, war er in so grofser Bedrängnis raflos, was er thun sollte; nachdem er jedoch von allen Seiten her noch Pferde jeglicher Art, wie er sie nur bekommen konnte, zusammengerafft hatte, zog er mit allen, die er nun hatte, aus dem Walde hinaus, bei sich erwägend, dals es besser sei mit Ehren zu sterben als mit Schande zu leben. Und als sie in ein Waldgebirge nach jener Gegend Alamanniens kamen, welche die Bar heifst, sahen sie ein verlassenes Lager, das in der Nacht vorher die Feinde inne gehabt hatten. Sofort merkten sie, dafs man ihnen Nachstellungen bereite. Denn der Graf Mangold:, ein Vasall des Kaisers, der von der Abtei Reichenau ein grofses Lehen trug, war von dem Kaiser und dem Constanzer Bischof War- mann, der damals an Stelle des Herzogs Alamannien verwaltete, zum Schutze hingestellt worden, damit der Herzog Ernst nicht Raub und Brand in der Gegend übe. Sofort wurden Herzog Ernst und seine Begleiter allzu frohen Mutes in dem Glauben, sie würden alsbald für das ihnen geschehene Unrecht an den Feinden Rache nehmen können; und rasch aufbrechend begannen sie ihren Verfolgern nachzusetzen. In derselben Absicht gingen Graf Mangold und seine Leute hierhin und dorthin vor und beobachteten sorgfältig des Herzogs Wege. Indem so auf beiden Seiten die Gelegenheit gegeben wurde, kamen sie sich so nahe, dals sie einander sehen und anreden konnten. Auf Mangolds Seite stand aber viel mehr Kriegsvolk als auf der Seite des Herzogs. Die, welche auf der Seite des Herzogs standen, suchten und fanden, da sie gar nicht mehr an ihr Leben dachten, ihren raschen Tod. Der Herzog aber, wie er selbst In diesem Kampfe keines Menschen

Den Namen geben die annal. Sangall. ² Von Nellenburg, nicht von Veringen.