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XXXIX. Vertheilungsgeſetz. 659 § 10.
Nach Aufſtellung des Planes hat das Gericht denſelben nebſt den erfolgten Anmeldungen und vorgelegten Titeln ſofort zur Einſicht der Betheiligten auf der Gerichtsſchreiberei offen zu legen und einen Termin zur Erklärung über den Plan zu beſtimmen.
Zu dem Termine ſind die in § 4 bezeichneten Perſonen von Amts wegen zu laden mit der Aufforderung, von dem Vertheilungsplan Einſicht zu nehmen und etwaige Widerſprüche gegen den Plan bei Vermeidung des Ausſchluſſes ſpäteſtens in dem Termine zu erheben.
Die Gläubiger nicht angewieſener Forderungen ſind von dem Grunde ihres Ausſchluſſes durch Mittheilung eines Auszugs aus dem Plane zu benachrichtigen.
Die Zuſtellung an die eingeſchriebenen Gläubiger geſchieht in der Form des § 7. Die Zuſtellung an einen anderen Betheiligten erfolgt, wenn derſelbe außerhalb des Deutſchen Reiches wohnt, nur durch Aufgabe zur Poſt. Die Poſtſendung iſt mit der Bezeichnung „Einſchreiben“ zu verſehen. Iſt der Wohnort desſelben nicht bekannt, ſo erfolgt die Zu⸗ ſtellung durch einmalige Einrückung in das zur Veröffentlichung amtlicher Bekanntmachungen des Gerichts beſtimmte Blatt, ſie gilt als bewirkt mit dem Ablauf des zweiten Tages nach der Ausgabe des die Einrückung enthaltenden Blattes.
Zwiſchen der Zuſtellung und dem Terminstage muß eine Friſt von mindeſtens zwei Wochen liegen.
§ 11. Der Gerichtsſchreiber hat den Betheiligten auf Antrag Abſchrift des Planes zu ertheilen. 12.
Widerſprüche gegen den Plan können auch vor dem Termine ſchriftlich oder durch Er⸗ klärung zum Protokolle des Gerichtsſchreibers erhoben werden.
Der Gerichtsſchreiber hat über die Erhebung des Widerſpruchs dem Gläubiger auf Verlangen eine Beſcheinigung zu ertheilen.
85 13.
In dem Termine wird über den Vertheilungsplan verhandelt.
Ueber den Gang der Verhandlung iſt ein Protokoll aufzunehmen. Dasſelbe iſt den Betheiligten vorzuleſen oder zur Durchſicht vorzulegen. In dem Protokolle iſt zu bemerken, daß dies geſchehen und die Genehmigung erfolgt ſei, oder welche Einwendungen erhoben ſind.
§ 14.
Ueber einen Widerſpruch gegen den Plan hat ſich jeder bei demſelben Betheiligte ſofort zu erklären. Wird der Widerſpruch von den Betheiligten als begründet anerkannt, oder kommt anderweit eine Einigung zu Stande, ſo iſt der Plan demgemäß zu berichtigen.
Gegen einen Betheiligten, welcher weder in dem Termine erſchienen iſt, noch vor dem Termine bei dem Gericht Widerſpruch erhoben hat, wird angenommen, daß er mit der Ausführung des Planes einverſtanden ſei.
§ 10. Weſentlich neu in dem Verfahren iſt die Anberaumung eines Termins zum Zwecke der Verhandlung unter den Betheiligten, während das frühere Verfahren ein abſolut ſchriftliches war, und gerade dieſe Neuerung hat den Geſetzgeber abgehalten, der Anmelde⸗ friſt Präcluſivwirkung beizulegen. —
Abſ. 2 entſpricht dem § 761 CPO. — Der Widerſpruch muß ausdrücklich geſchehen. Die verſpätete Anmeldung für ſich allein genügt nicht.
Vor dem Termine wird der Amtsrichter die Zuſtellungen ihrer Zahl auf Grund der Akten, und ihrer Form nach genau prüfen müſſen, da für den nicht richtig Vorgeladenen das ganze Verfahren res inter alios acta iſt und ſeine Rechte nicht berührt.
§ 11. Die Ertheilung erfolgt gegen Erſtattung der Copialgebühren. efr. § 34.
§ 12. Wird von der Vorſchrift des Paragraphen ausgiebig Gebrauch gemacht, ſo kann der Richter ſich ſorgfältig auf den Termin vorbereiten, und um ſo ſicherer auf Beilegung der Differenzen hinwirken.
§ 13. Hier in der mündlichen Verhandlung muß ſich vor Allem der Richter angelegen ſein laſſen, mit ſachkundiger Hand die divergirenden Intereſſen zu vereinigen und unnütze Proceſſe zu verhüten.
§ 14. Nur wenn die bei dem Widerſpruche betheiligten Perſonen fämmtlich anweſend ſind, und denſelben als begründet anerkennen, kann der Plan berichtigt werden. Die Contumacirung eines Intereſſenten findet nicht ſtatt; efr. § 763 Abſ. 2 CPO. Die Nicht⸗ erledigung des Widerſpruches im Termin verweiſt den Widerſprechenden auf den Weg der Klage. § 22 Abſ. 2.
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