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Das rheinische Civilrecht in seiner heutigen Geltung / dargest. und erl. von Cretschmar
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28 II. Code Civil. I. B. 5 T. Von der Ehe. Art. 153 160.

Art. 153. Wenn ſie das dreißigſte Jahr zurückgelegt haben, kann ſchon einen Monat nach dem erſten ehrerbietigen Anſuchen, worauf die Einwilligung nicht erfolgt iſt, die Ehe abgeſchloſſen werden.

Art. 154. Lacte respectueux sera notifié à celui ou ceux des ascendans désignés en l'art 151, par deux notaires, ou par un notaire et deun témoins; et, dans le procés-verbal qui doit en ötre dressé, il sera fait mention de la réponse.

Art. 155. En cas d'apsence de l'ascen- dant auquel eut du étre fait l'acte respectueux, il sera passé outre à la célébration du mariage, en représentant le jugement qui aurait été rendu pour déclarer l'absence, ou, à defaut de ce juge- ment, celui qui aurait ordonné l'enquéte; ou, s'il n'y a point encore eu de jugement, un acte de notoriété délivré par le juge de pais de lieu ou l'ascendant a eu son dernier domicile connu. Cet acte contiendra la déclaration de quatre témins appelés d'office par ce juge de paix.

Art. 154. Das ehrerbietige Anſuchen ſoll dem oder den Aſcendenten, die im Art. 151 bezeichnet ſind, durch zwei Notarien oder durch einen Notar und zwei Zeugen vorgetragen und in dem hierüber auf⸗ zunehmenden Protokoll deren Antwort bemerkt werden.

Art. 155. Iſt der Aſcendent, an den das ehrerbietige Anſuchen hätte gerichtet werden müſſen, ab⸗ weſend, ſo kann ohne weiteres zur Abſchließung der Ehe geſchritten werden, inſofern entweder das Erkennt⸗ niß, welches denſelben ſchon für abweſend erklärt hat, oder, in Ermangelung eines ſolchen, dasjenige Er⸗ kenntniß, wodurch deshalb ein Zeugenverhör verfügt wurde, oder, falls noch gar kein Erkenntniß erfolgt iſt, eine Notorietätsurkunde beigebracht wird. Dieſe Urkunde muß von dem Friedensrichter des Ortes, wo der Aſcendent ſeinen letzten bekannten Wohnſitz hatte, ausgefertigt werden und die Erklärung von vier Zeugen, welche eben dieſer Friedensrichter von Amts wegen vorgefordert hat, enthalten.

Art. 156. Die Beamten des Perſonenſtandes, welche zur Abſchließung einer von Söhnen, ehe ſie das

fünfundzwanzigſte, oder von Töchtern, ehe ſie das einundzwanzigſte Jahr ihres Alters zurückgelegt haben, eingegangenen Ehe geſchritten ſind, ohne in der Heirathsurkunde die Einwilligung der Eltern, der Großeltern oder der Familie, in dem Falle, worin die eine oder die andere erforderlich iſt, ausdrücklich erwähnt zu haben, ſollen auf den Antrag der Intereſſenten oder des kaiſerlichen Procurators bei dem Gerichte der erſten Inſtanz, des Ortes, wo die Ehe abgeſchloſſen wurde, zu der im Art. 192 verordneten Geldbuße und überdies zu einer Gefängnißſtrafe verurtheilt werden, deren Dauer nicht unter ſechs Monaten ſein darf.

Art. 157. Wenn das ehrerbietige Anſuchen in den vorgeſchriebenen Fällen unterlaſſen wurde, ſoll der Beamte des Perſonenſtandes, welcher die Heirath abgeſchloſſen hat, zu der nämlichen Geldbuße und zu einer Gefängnißſtrafe, die nicht unter einem Monat ſein darf, verurtheilt werden.

Art. 158. Die in den Artikeln 148, 149, 151, 152, 153, 154 und 155 enthaltenen Verfügungen in Rückſicht des ehrerbietigen Anſuchens, welches in den daſelbſt bemerkten Fällen an die Eltern gerichtet werden muß, ſind auch auf natürliche, geſetzlich anerkannte Kinder anwendbar.

Art. 159. Ein natürliches Kind, das nicht anerkannt iſt, ſowie dasjenige, welches nach erfolgter Anerkennung ſeine Eltern verloren hat, oder deſſen Eltern ihren Willen zu erklären nicht imſtande ſind, kann, vor Zurücklegung des einundzwanzigſten Jahres, nur mit der Einwilligung eines ihm hierzu beigeordneten Vormundes ſich verheirathen.

Art. 160. S'il n'y a ni pore ni méère, ni afeuls ni afeules, ou s'ils se trouvent tous dans l'impossibilité de manifester leur volonté, les fils ou filles mineurs de vingt-un ans ne peuvent contracter mariage sans le consentement

Art. 160. Wenn keiner von den Eltern oder Großeltern am Leben iſt, oder wenn dieſelben ſämmtlich außerſtande ſind, ihren Willen zu erklären, ſo können Söhne und Töchter, welche noch nicht einundzwanzig Jahre alt ſind, nur mit der Einwilligung des Fa⸗

du conseil de famille.

milienrathes ſich verheirathen.

Art. 153. § 39 1. c.

Art. 154. Auch zu dieſem Artikel bemerkt die ad Art. 150 allegirte Abhandlung mit Recht, daß er um deswillen nicht ganz ausgemerzt werden kann, weil die Form des Ehr⸗ erbietigkeitsactes, die für Art. 346 von Wichtigkeit, hier normirt iſt.

Art. 155. Ofr. Anm. zu Art. 154.

Art. 156. Geſ. vom 6. Febr. 1875 (XII) §§ 45, 54, 69 GVG. § 741.

Art. 157. Vergl. Bemerkungen ad Art. 151 153.

Art. 159. Geſetz vom 6. Februar 1875 (XII) §8§ 29, 30, 39. Entgegen der in der erſten Auflage ausgeſprochenen Anſicht, wonach, da der Familienrath darüber zu entſcheiden habe, ob ein Vormund zu ernennen ſei, heute das an die Stelle des Familienrathes tretende Vormundſchaftsgericht die maßgebende Stelle ſei, bekenne ich mich jetzt zu der Anſicht, daß nur der Vormund, und zwar der gewöhnliche Vormund dem unehelichen Kinde zu conſen⸗ tiren hat. Der Familienrath mußte allerdings in casu einen Vormund ernennen, auf deſſen Entſchließungen ihm indeſſen der Einfluß fehlte. Dasſelbe thut das Vormundſchafts⸗ gericht heute von vornherein für jedes uneheliche Kind. Die Beſtimmungen des Art. 159 können alſo als durch die oben citirten Paragraphen des Perſonenſtandsgeſetzes völlig erſetzt angeſehen werden.

Art. 160. Hierzu § 29 Abſ. 5 des Reichsgeſetzes vom 6. Febr. 1875 (XII), Vor⸗ mundſchaftsordnung vom 5. Juli 1875 (XVI) 88 48, 75; Geſ. betr. die Geſchäftsfähigkeit Minderjähriger vom 12. Juli 1875 (XVII) § 8. Hiernach wird alſo die Einwilligung vom Vormundſchaftsgerichte und ohne daß die Einwilligung des Vormundes ſelbſt erforderlich