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II. Code Civil. 27 I. B. 5. T. Von der Ehe. Art. 144— 152.
Titre V. Tünfter Titel. Du mariage. Von der Ehe. Chapitre 1. Erſtes Kapitel. Des qualités et conditions requises Von den zur Eingehung einer Ehe erforder⸗ pour pouvoir contracter mariage. lichen Eigenſchaften und Bedingungen.
Art. 144. — Mannsperſonen können nicht heirathen, ehe ſie das achtzehnte, Frauensperſonen nicht, ehe ſie das fünfzehnte Jahr zurückgelegt haben.
Art. 145. — Gleichwohl bleibt es dem Kaiſer überlaſſen, aus wichtigen Beweggründen von dieſem Alter zu dispenſiren.
Art. 146. — Il n'y a pas de mariage Art. 146. — Ohne Einwilligung giebt es lorsqu'il n'y a point de consentement. keine Heirath.
Art. 147. — Vor Auflöſung der erſten Ehe kann man keine zweite eingehen.
Art. 148. — Der Sohn, welcher noch nicht das fünfundzwanzigſte, und die Tochter, welche noch nicht das einundzwanzigſte Jahr ihres Alters zurückgelegt hat, kann ohne Einwilligung ihrer Eltern nicht heirathen. Sind aber dieſe verſchiedener Meinung, ſo iſt die Einwilligung des Vaters hinreichend.
Art. 149. — Iſt einer der beiden Eltern todt, oder iſt es einem unmöglich, ſeinen Willen zu erklären, ſo iſt die Einwilligung des andern hinreichend.
Art. 150. — si le peère et la méère sontf Art. 150. — Wenn beide Eltern todt oder ihren morts, ou sils sont dans Timpossibilité de mani- Willen zu erklären außer Stande ſind, ſo treten die fester leur volonté, les afeuls et afeules les rem- Großeltern an deren Stelle. Sind die Großeltern placent: s'il y a dissentiment entre l'afeul et derſelben Linie nicht gleicher Meinung, ſo iſt die Ein⸗ Pafenle de la méme ligne, il suffit du consente- willigung des Großvaters hinreichend.
ment de l'afeul. — S'il y a dissentiment entre Wenn eine Linie mit der andern nicht derſelben les deux lignes, ce partage emportera consente- Meinung iſt, ſo ſoll dieſe Verſchiedenheit für Ein⸗ ment. willigung gelten.
Art. 151. — Eheliche Kinder, wenn ſie das im Art. 148 beſtimmte Alter der Volljährigkeit erlangt haben, ſind verbunden, vor ihrer Verheirathung um den Rath ihrer Eltern oder, wenn dieſe verſtorben oder ihren Willen zu erklären unfähig ſind, um den Rath ihrer Großeltern auf eine ehrerbietige und förmliche Weiſe nachzuſuchen.
Art. 152. — Wird auf das im vorhergehenden Artikel vorgeſchriebene ehrerbietige Anſuchen die Ein⸗ willigung zur Verheirathung nicht ertheilt, ſo ſollen Söhne, wenn ſie zu der im Art. 148 beſtimmten Voll⸗ jährigkeit gelangt ſind, bis zur Vollendung ihres dreißigſten, die Töchter aber in eben dieſem Falle bis zur Vollendung ihres fünfundzwanzigſten Jahres dieſe Handlung noch zweimal, von einem Monate zum andern, erneuern, und erſt einen Monat nach dem dritten Male dürfen ſie zur Eingehung der Ehe ſchreiten.
— Tit. V. Des Verlöbniſſes gedenkt das Geſetzbuch nicht. Es wird alſo ein ſolcher Vertrag nach den gewöhnlichen Grundſätzen (efr. Art. 1108 ff. 1142, 1183, 1184) zu beurtheilen ſein. Eine Klage auf Eheſchließung iſt jedenfalls unſtatthaft. — „Anwerbung macht keine Verbindung“, ſagt ein altes Rechtsſprichwort. — Cfr. CPO. § 774.
— Art. 144. Aufg. u. erſ. durch Reichsgeſ. betr. die Beurkundung des Perſonenſtandes und die Eheſchließung vom 6. Febr. 1875 (XII) § 28.
— Art. 145. Erſ. durch Verordnung betr. die Ausübung der Befugniſſe zur Dispen⸗ ſation von Ehehinderniſſen vom 24. Februar 1875 (GSS. 97, Eſchw. S. 1128), dazu Allgemeine Verfügung vom 2. März 1875 (FMB. 63).
— Art. 146. Cfr. Reichsgeſ. vom 6. Febr. 1875 (XII) §8 28, 36, 52, EG. z. CPO. § 13; der Artikel beſteht, inſofern er beſagt, daß ohne jede Einwilligung auch keine an⸗ fechtbare Ehe beſteht. Das etwa ergehende Urtheil hat alſo nur declaratoriſche Bedeu⸗ tung, und ſind die Standesregiſter nach Art. 99 und den dazu allegirten Beſtimmungen zu berichtigen. Die Entmündigung ſchließt nach der m. E. richtigen Anſicht von Laurent (II 285— 288) die Gültigkeit einer Eheſchließung an ſich nicht aus, da Art. 502 C. C. nur die vermögensrechtlichen Acte im Auge hat und eine Einwilligung in einem lichten Zeitraum immerhin nicht unmöglich iſt. Wennſchon ſolche Fälle zu den äußerſten Seltenheiten gehören, ſo liegt doch dem, der die Nichtexiſtenz der Ehe auf Grund des Art. 146 behauptet, der Beweis mangelnder Einwilligung ob.
— Art. 147. § 34 des Geſ. vom 6. Febr. 1875 (XII), hierzu StGB. 8§ 338.
— Art. 148. Erſ. durch § 29 1. c.
— Art. 150. Aufg. durch § 39 1. c. vergl. Art. 278 C. C. Mit Recht machen die Bemerkungen zur erſten Auflage in den „Mittheilungen des Rheinpreußiſchen Amtsrichter⸗ Vereins“ darauf aufmerkſam, daß Art. 278, wie dies auch deſſen Allegirung andeutete, auf Art. 150 ausdrücklichen Bezug nimmt und inſofern noch theilweiſe in Geltung iſt.
— Art 151. Auſg durch 8 39 1. c.
— Art. 152. § 39 1. 6.


