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Das rheinische Civilrecht in seiner heutigen Geltung / dargest. und erl. von Cretschmar
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II. Code Civil. 19 I. B. 3. T. Von dem Wohnſitze. Art. 103 108.

Art. 103. Le changement de do-

micile s'opérera par le fait d'une habi tation réelle dans un autre lieu, joint à lintention d'y fixer son principal établissement.

Art. 103. Die Veränderung des Wohn⸗ ſites wird begründet durch das wirkliche Wohnen an einem anderen Orte, verbunden

mit der Abſicht, ſeine Hauptniederlaſſung da⸗ ſelbſt zu nehmen.

Art. 104. Der Beweis dieſer Abſicht ergiebt ſich aus einer ausdrücklichen, bei der Municipalität ſowohl des Ortes, den man verläßt, als deſſen, wohin man ſeine Wohnung verlegt, abgegebenen Erklärung. Art. 105. In Ermangelung einer ausdrücklichen Erklärung hängt der Beweis der Abſicht von den

Umſtänden ab.

Art. 106. Le citoyen appelé à une fonction publique temporaire on révo cable, conservera le domicile qu'il avait auparavant, s'il n'a pas manifesté d'in- tention contraire.

Art. 107. Lacceptation de fonetions conférées à vie, emportera translation immédiate du domicile du fonctionnaire dans le lieu ou il doit exercer ces fonctions.

Art. 108. La femme mariée n'a point d'autre domicile que celui de son mari. Le mineur non émancipé aura son domicile chez ses père et mére ou tu- teur: le majeur interdit aura le sien chez son curateur.

Art. 106. Der Staatsbürger, welcher zu einem öffentlichen Amt berufen wird, das auf eine gewiſſe Zeit beſchränkt, oder auf Widerruf verliehen iſt, behält ſeinen bisherigen Wohnſitz, wenn er nicht eine entgegengeſetzte Abſicht an den Tag gelegt hat.

Art. 107. Die Annahme eines auf Lebenszeit verliehenen Amtes überträgt un⸗ mittelbar den Wohnſitz des Beamten an den Ort, wo er ſein Amt ausüben muß.

Art. 108. Eine verheirathete Frau hat teinen andern Wohnſitz, als den ihres Mannes. Der nicht emancipirte Minderjährige hat ſeinen Wohnſit bei ſeinen Eltern oder ſeinem Vor⸗ munde, und der Volljährige, dem die eigene Verwaltung ſeines Vermögens genommen iſt, bei ſeinem Curator.

Art. 103. Hierzu Bundesgeſetz über die Freizügigkeit vom 1. November 1867 88 1

u. 2 (BGB. 55, Eſchw. S. 635).

Art. 104. Aufg. durch EG. z. CPO. § 14 pos. 2 u. 3 und erſ. durch CPO. § 259, vergl. Pr. Geſetz über die Aufnahme neuanziehender Perſonen vom 31. Dec. 1842

(SSS. 43 S. 5, Eſchw. 256).

Art. 105. Hierzu vergl. CPO. 259.

den gleichen Grundſatz wie Art. 105 auf.

Abſ. 1 EG. z. CPd. eben auf Grund des Reichsgeſetzes.

Dieſer § der CPO. ſtellt im Weſentlichen

Der Grundſatz gilt aber heute gemäß § 14

Die Bethätigung des Domicil⸗

willens kann eine außerordentlich mannigfache ſein, und derſelbe Act in dem einen Falle für den Beweis ausreichen, im andern den Schluß für ſich allein nicht rechtfertigen.

Art. 106. Vergl. Reichsbeamtengeſetz vom 31. März 1873 § 21 (RGB. 651, Eſchw. 914); CPO. § 16, GVG. § 6: Für die Reſidenzpflicht der richterlichen Beamten am Orte (Stadt, bezw. Vorſtadt) ihrer Amtsverwaltung cfr. Décret contenant régle- ment sur Torganisation des tribunaus de première instance vom 18. Aug. 1810 (v. Dan. V, 605) u. Miniſt.⸗Reſcr. im Allerh. Auftrage vom 13. Juni 1831 (Lottner III

S. 376) ckr. CPO. § 14 Abſ. 2.

Art. 107. Vergl. Rheiniſche Notariatsordnung vom 25. April 1822 (GSS. 109, Eſchw. S. 173), Art. 3; Allgem. Verfügung vom 14. Juli 1879 betr. den Erlaß einer

Gerichtsvollzieherordnung § 16 (MB. 194).

Art. 108. Cfr. CPO. § 17. Dieſer Artikel iſt durch die vorbezogene Beſtimmung der CPO. in Hinſicht des Gerichtsſtandes modificirt, ſo daß Minderjährige nach dem Tode der Eltern, unangeſehen den Wohnſitz des Vormunds oder den Sitz der Vormund⸗ ſchaftsbehörde, an dem früheren Wohnſitze des Vaters bezw. bei unehelichen an dem der Mutter zu belangen ſind, bis ſie den Wohnſit rechtsgültig ändern, d. h. unter Zuſtimmung des Vormunds, 8 2 des Geſ. vom 12. Juli 1875 (XVII) da mit der Begründung

des Wohnſitzes Laſten verbunden ſind.

Im Uebrigen haben ſie nach dein Tode der Eltern

den Wohnſitz beim Vormunde, efr. Art. 374. 389, Vorm.⸗O. (XVI) §8 11 und 95 Abſ. 2.

Emancipation findet nach Vorm.⸗O. (XVI) § 97 Abſ. 2 nicht mehr ſtatt.

Dagegen

haben die für großjährig Erklärten nach § 98 daſ. auch das Recht, einen eigenen Wohnſitz

zu begründen.

Geiſteskranke erhalten nach § 81 Vorm.⸗O. heute einen Vormund.

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