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II. Code Civil. 15 I. B. 2. T. Von den Perſonenſtandsurkunden. Art. 75— 79.
Art. 75. — An dem Tage, welchen nach dem Ablaufe der Aufgebotsfriſten die Parteien hierzu beſtimmt haben, ſoll der Beamte des Perſonenſtandes ihnen in dem Gemeindehauſe, in Beiſein von vier Zeugen, wozu Verwandte und Nichtverwandte gewählt werden können, die oben angeführten Urkunden, die ſich auf ihren Stand und auf die Förmlichkeiten der Heirath beziehen, ſodann das ſechste Kapitel des Titels: von der Ehe, welches die wechſelſeitigen Rechte und Pflichten der Eheleute beſtimmt, vorleſen. Er ſoll ſich von beiden Theilen einzeln und nach einander die Erklärung geben laſſen, daß ſie ſich zum Manne und zur Frau nehmen wollen, und hierauf im Namen des Geſetzes den Ausſpruch thun, daß ſie durch die Ehe verbunden ſind, auch hierüber unverzüglich eine Urkunde aufnehmen.
Art. 76. — In der Heirathsurkunde müſſen ausgedrückt werden:
1) 1 Vornamen, die Geſchlechtsnamen, das Gewerbe, das Alter, die Geburtsorte und die Wohnorte der
egatten;
2) ob ſie volljährig oder minderjährig ſind;
3) die Vornamen, die Geſchlechtsnamen, das Gewerbe und die Wohnorte der Eltern;
4) die Einwilligung der Eltern, der Großeltern und der Familie, in den Fällen, wo ſie erfordert wird;
5) das etwa geſchehene ehrerbietige Nachſuchen des elterlichen Raths;
6) die in den verſchiedenen Wohnorten geſchehenen Aufgebote;
3 ſ inſofern deren erfolgt ſind, ihre Aufhebung oder die Bemerkung, daß kein Einſpruch geſchehen ſei;
8) die Erklärung der Contrahenten, daß ſie einander zu Ehegatten nehmen, und der von dem öffentlichen Beamten geſchehene Ausſpruch ihrer ehelichen Verbindung;
9) die Vornamen, die Geſchlechtsnamen, das Alter, das Gewerbe und die Wohnorte der Zeugen, und ihre Erklärung, ob ſie mit den Parteien verwandt oder verſchwägert ſind von welcher Seite her, und in welchem Grade.
Chapitre IV. Viertes Kapitel. Des actes de décès. Von den Sterbeurkunden.
Art. 77. — Aucune inhumation ne Art. 77. — Keine Beerdigung darf ge⸗ sera faite sans une autorisation, sur ſchehen ohne Erlaubniß des Beamten des papier libre et sans frais, de ofücier Perſonenſtandes, welcher dieſelbe auf nicht de l'état civil, qui ne pourra la délivrer geſtempeltem Papier und unentgeltlich, jedoch qu'après s'etre transporté aupres de la personne nicht eher ertheilen kann, als nachdem er ſich zu décédée, pour s'assurer du décès, et Que vingt- dem Verſtorbenen verfügt hat, um ſich ſeines wirk⸗ quatre heures aprèés le décès, hors les lichen Abſterbens zu verſichern, und vierundzwanzig cas prévus par ſes règlemens de police. Stunden nach dem Abſterben, jedoch mit Ausnahme der in den Polizeiverordnungen beſonders beſtimmten Fälle.
Art. 78. — Die Sterbeurkunde wird von dem Beamten des Perſonenſtandes auf die Erklärung zweier Zeugen aufgenommen; dieſe Zeugen ſollen, wo möglich, die zwei nächſten Verwandten oder Nachbarn ſein, oder, wenn jemand außer ſeinem Wohnorte geſtorben iſt, diejenige Perſon, bei welcher er verſtarb, und außer ihr noch ein Verwandter oder ein Anderer.
Art. 79. — Die Sterbeurkunde muß die Vornamen, den Geſchlechtsnamen, das Alter, das Gewerbe und den Wohnort des Verſtorbenen enthalten; ferner die Vornamen und den Geſchlechtsnamen des andern Ehegatten; wenn die verſtorbene Perſon verheirathet oder verwittwet war; und endlich die Vornamen, den
— ₰ri. 76. 8§
— rt Fierzu 36 56 66 1 6 StGB. § 367, Poſ. 1 u. 2. Die perſönliche Augenſcheinseinnahme iſt nach alter Praxis einer glaubhaften Verſicherung oder der Vor⸗ lage ärztlicher Atteſte gewichen. Die Autoriſation darf nur auf das Zeugniß eines appro⸗ birten Arztes über den wirklich erfolgten Tod ertheilt werden, oder muß die Beſchränkung enthalten, daß die Beerdigung erſt nach Ablauf von 72 Stunden nach dem zeugenmäßig conſtatirten Tode ſtattfinde. Min. Reſcr. vom 15. Juni 1822 (Lottner II 304). Zu dieſem Reſcripte ſind von den einzelnen Bezirks⸗Regierungen noch beſondere Verordnungen erlaſſen. So VO. der Kgl. Regierung Düſſeldorf vom 10. Juli 1822 (Amtsbl. 365, Be⸗ kanntmachungen vom 16. April 1849 und 11. October 1854 (ibid. S. 193 u. 690) und VO. vom 18. Februar 1882 (S. 66), welch letztere verlangt, daß das ärztliche Atteſt die ausdrückliche Verſicherung enthalte, daß ſich der Arzt durch perſönliche Beſichtigung vom Ableben überzeugt habe. — Zuwiderhandlungen, auch der Aerzte, fallen unter § 367, 2. StGB. Vgl. Verfügung des Generalgouverneurs des Herzogthums Berg vom 28. Septbr. 1804 über die Pflicht der Pfarrer, ſich vor der Beerdigung eine Beſcheinigung des Standes⸗ beamten über die Eintragung geben zu laſſen und die ſämmtlichen in einem Monate em⸗ pfangenen Beſcheinigungen mit einem Verzeichniſſe der beerdigten Perſonen am Ende des Monats dem Standesbeamten zurückzugeben; in Scotti, Sammlung der Geſetze und Ver⸗ ordnungen für Berg, Düſſeldorf 1822 (III. 1761).
— Krt. 79. 8 9 1. 6.


