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Das rheinische Civilrecht in seiner heutigen Geltung / dargest. und erl. von Cretschmar
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II. Code Civil. 13 I B. 2. T. Von den Perſonenſtandsurkunden. Art. 59 66.

ſtandes mit den Kleidungen und anderen bei dem Kinde vorgefundenen Sachen zu überliefern und alle Umſtände der Zeit und des Ortes, wo er es gefunden hat, anzugeben.

Hierüber ſoll ein genaues Protokoll aufgenommen werden, welches überdies noch das anſcheinende Alter des Kindes, ſein Geſchlecht, die Namen, die man ihm geben, und die Civilbehörde, welcher man es überliefern wird, enthalten muß. Das Protokoll ſoll in die Regiſter eingetragen werden.

Art. 59. Wird ein Kind während einer Seereiſe geboren, ſo muß in den erſten vierundzwanzig Stunden, im Beiſein des Vaters, wenn er anweſend iſt, und zweier Zeugen, die man aus den Schiffsoffizieren oder, in deren Ermangelung, aus den Schiffsleuten zu nehmen hat, die Geburtsurkunde aufgenommen werden. Dieſe Urkunde ſoll auf Seeſchiffen, die dem Kaiſer gehören, der Verwaltungsbeamte des Seeweſens, und auf den Schiffen, welche einem Kaper oder einem Handelsmanne gehören, der Schiffskapitän, der Rheder oder der Schiffspatron aufſetzen. Die Geburtsurkunde muß in das Verzeichniß der Schiffsmannſchaft als Nachtrag eingeſchrieben werden.

Art. 60. In dem erſten Hafen, wo das Schiff, um auszuruhen oder wegen einer ſonſtigen Urſache, die der Abtakelung ausgenommen, einlaufen wird, ſind die Verwaltungsbeamten des Seeweſens, der Schiffs⸗ kapitän, der Schiffsherr oder Patron verbunden, zwei glaubhafte Ausfertigungen der von ihnen verfaßten Geburtsurkunden niederzulegen, und zwar, wenn es ein inländiſcher Hafen iſt, in das Büreau des Vorgeſetzten der Einſchreibung zum Seedienſte, wenn es hingegen ein fremder Hafen iſt, in die Hände des Conſuls.

Eine von dieſen Ausfertigungen bleibt auf dem genannten Büreau oder in der Conſulats⸗Kanzlei auf⸗ bewahrt; die andere aber muß an den Miniſter des Seeweſens eingeſchickt werden, der eine von ihm beglaubigte Abſchrift einer jeden dieſer urkunden dem Beamten des Perſonenſtandes an dem Wohnorte des Vaters des Kindes, oder, wenn dieſer unbekannt iſt, an dem ſeiner Mutter zuzufertigen hat. Dieſe Abſchrift ſoll in die Regiſter ſogleich eingetragen werden.

Art. 61. Sobald das Schiff in den Hafen eingelaufen iſt, wo es abgetakelt wird, muß das Ver⸗ zeichniß der Schiffsmannſchaft in das Büreau des Vorgeſetzten der Einſchreibung zum Seedienſte niedergelegt werden. Dieſer hat eine von ihm unterzeichnete Ausfertigung der Geburtsurkunde dem Beamten des Per⸗ ſonenſtandes an dem Wohnorte des Vaters des Kindes oder am Wohnorte ſeiner Mutter, wenn der Vater unbekannt iſt, zuzuſenden, welche in die Regiſter ſogleich eingerückt werden muß.

Art. 62. Die Urkunde über die Anerkennung eines Kindes ſoll in die Regiſter, dem Tage nach, wo ſie geſchehen iſt, eingetragen und hiervon am Rande der Geburtsurkunde, wenn eine ſolche vorhanden iſt, Meldung gethan werden.

Chapitre III. Drittes Kapitel. Des actes de mariage. Von den Heirathsurkunden.

Art. 63. Vor Abſchließung der Ehe ſoll der Beamte des Perſonenſtandes zwei Aufgebote, mit Beobachtung einer Zwiſchenzeit von acht Tagen, an einem Sonntage, vor der Thür des Gemeindehauſes vornehmen. In dieſen Aufgeboten ſowie in der hierüber aufzunehmenden Urkunde müſſen die Vornamen, die Geſchlechtenamen, das Gewerbe und die Wohnorte der künftigen Ehegatten, ferner der Umſtand, ob ſie voll⸗ jährig oder minderjährig ſind, und endlich die Vornamen, die Geſchlechtsnamen, das Gewerbe und die Wohn⸗ orte ihrer Eltern ausgedrückt ſein. Dieſe Urtunde muß außerdem die Tage, Orte und Stunden der geſchehenen Aufgebote angeben. Sie ſoll in ein eigenes Regiſter eingeſchrieben werden, welches auf dieſelbe Weiſe, wie dies der Artitel 41 beſtimmt, mit Seitenzahlen und mit dem Handzuge verſehen ſein, auch am Ende eines jeden Jahres bei dem Secretariat des Tribunals erſter Inſtanz niedergelegt werden muß.

Art. 64. Ein Auszug der Aufgebotsurkunde ſoll an die Thür des Gemeindehauſes angeheftet werden und daſelbſt während der achttägigen Zwiſchenzeit von dem einen Aufgebote bis zum andern ange⸗ ſchlagen bleiben. Die Ehe darf jedoch vor dem dritten Tage nach dem zweiten Aufgebote, ohne den Tag dieſes letzteren mitzurechnen, nicht abgeſchloſſen werden.

Art. 65. Iſt die Ehe nicht in Jahresfriſt nach dem Ablaufe der für die Aufgebote beſtimmten Zeit abgeſchloſſen worden, ſo kann ſolches alsdann nicht mehr geſchehen, außer wenn neue Aufgebote nach der hier oben vorgeſchriebenen Form erfolgt ſind.

Art. 66. Les actes d'opposition au Art. 66. Die Urkunden über Einſprüche mariage seront signés sur l'original et wider eine Heirath müſſen auf dem Original sur la copie par les opposans, Ou Par und der Abſchrift von denen, welche den Ein⸗ leurs fondés de procuration spéciale et ſpruch gethan haben, oder von ihren Bevoll⸗ authentique; ils seront signifiés, avec mächtigten, die mit Special⸗ Vollmacht in

Art 59 61 daſt n 60 8 62 6 61 5 6 1 6. Art. 63. § 44 l. c.; Dispens vom Aufgebot durch den Miniſter des Innern, in

dringenden Fällen durch den Erſten Staatsanwalt. Verordn. v. 8. Jan. 1876 (GSS. 3). 6 6 r 65 6 Art. 66 u. 68. Bleiben m. E. neben dem allgemeinen § 48 des Geſ. vom 6. Febr. 1875 (XII) und § 11 Abſ. 3 daſ. beſtehen, da ſie keine Beſchränkungen im Sinne des § 39 daſ. enthalten, ſondern lediglich eine wirkſamere Art der Geltendmachung der reichsrecht⸗ lichen Hinderniſſe, für deren Aufrechterhaltung beim Schweigen des Geſetzes ſchon die Wichtigkeit der Eheſchließung ſtimmen muß. Die Einſpruchszuſtellung mit dem Inhalte des Art. 66 und in den Formen der 8§ 152 156, 174 CPO., da wegen der auf dem Original zu