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II. Code Civil. 11
I. B. 2. T. Von den Perſonenſtandsurkunden. Art. 44— 52.
Art. 44. — Mit demjenigen Exemplar, das bei dem gedachten Secretariat aufbewahrt werden muß, ſollen auch die Vollmachten und andere Documente, die den Urkunden des Perſonenſtandes beigefügt bleiben müſſen, nachdem ſie vorher mit dem Handzuge ſowohl deſſen, der ſie beigebracht hat, als des Beamten des Perſonenſtandes verſehen ſind, bei dem Secretariat des Tribunals niedergelegt werden.
Art. 45. — Jedermann iſt berechtigt, von denjenigen, bei welchen die Regiſter des Perſonenſtandes aufbewahrt werden, Auszüge aus denſelben ſich geben zu laſſen; dergleichen mit den Regiſtern übereinſtimmende und von dem Präſidenten des Gerichtes der erſten Inſtanz oder von dem Richter, welcher ſeine Stelle vertritt, beglaubigte Auszüge haben ſo lange volle Beweiskraft, bis ſie vor Gericht als falſch angegriffen werden.
Art. 46. — Sind keine Regiſter vorhanden geweſen, oder ſind ſie verloren, ſo iſt hierüber ſowohl ſchriftlicher als Zeugenbeweis zuzulaſſen, und in dieſen Fällen können die Heirathen, Geburten und Sterbefälle nicht nur durch Regiſter und Papiere, die von den verſtorbenen Eltern herrühren, ſondern auch durch Zeugen bewieſen werden.
Art. 47. — Jede Urkunde des Perſonenſtandes, ſie mag Inländer oder Ausländer betreffen, die in einem fremden Lande aufgenommen wurde, ſoll volle Beweiskraft haben, wenn ſie nach der in einem ſolchen Lande hergebrachten Form abgefaßt iſt.
Art. 48. — Alle im Auslande verfaßten Urkunden des Perſonenſtandes der Inländer ſind gültig, wenn ſie von den geſandtſchaftlichen Agenten oder von den Conſuls, den im Inlande geltenden Geſetzen gemäß, aufgenommen worden ſind.
Art. 49. — So oft es nöthig ſein wird, am Rande einer ſchon eingetragenen Urkunde einer andern, die ſich auf den Perſonenſtand bezieht, zu erwähnen, ſoll dieſes, auf Anſuchen der Intereſſenten, durch den Beamten des Perſonenſtandes in den laufenden, oder in den im Gemeinde⸗Archiv aufbewahrten Regiſtern, hingegen durch den Secretär des Tribunals der erſten Inſtanz in den bei dem Secretariat niedergelegten Regiſtern geſchehen. Zu dem Ende ſoll der Beamte des Perſonenſtandes binnen den nächſten drei Tagen den kaiſerlichen Procurator bei dem erwähnten Gerichte hiervon benachrichtigen, und dieſer hat dafür zu ſorgen, daß die Erwähnung in beiden Regiſtern gleichlautend geſchehe.
Art. 50. — Poute contravention aux articles précédens de la part des fone- tionnaires y dénommeés, sera poursuivie devant le tribunal de premiére instance, et punie d'une amende qui ne pourra excéder cent franes.
Art. 51. — PTout dépositaire des registres sera civilement responsable des altérations qui y surviendront, sauf son recours, s'il y a lieu, contre les auteurs desdites altérations.
Art. 52. — Toute altération, tout faux dans les actes de l'état civil toute inscription de ces actes faite sur une feuille volante et autrement que sur
Art. 50. — Jede Uebertretung der vor⸗ hergehenden Artikel, welche von den hierin benannten Beamten geſchieht, wird bei dem Gerichte der erſten Inſtanz verfolgt und mit einer Geldbuße beſtraft, die jedoch nicht über hundert Francs betragen darf.
Art. 51. — Jeder Aufbewahrer der Re⸗ giſter iſt für alle darin vorkommenden Ver⸗ fälſchungen, ſoviel den Schadenerſatz betrifft, verantwortlich, jedoch mit Vorbehalt des ihm etwa zuſtehenden Entſchädigungsanſpruches gegen die Urheber ſolcher Verfälſchungen.
Art. 52. — Jede Veränderung oder Ver⸗ fälſchung in den Urkunden des Perſonen⸗ ſtandes, jede Einſchreibung dieſer Urkunden, die auf ein fliegendes Blatt und anderswohin
— Art. 44. Cfr. § 45 des Geſetzes vom 6. Febr. 1875; der Standesbeamte behält ſeine Nachweisurkunden zurück. Cfr. Ausführungs⸗Verordnung des Bundesraths vom 22. Juni 1875 (Centralblatt f. d. D. Reich Nr. 28).
— Art. 45. Cfr. § 15 I. c.; dazu EG. z. CPO. § 13 Abſ. 1 und für die Beur⸗ kundungen vor dem 1. Jan. 1876 EG. z. CPO. § 16 Nr. 2.
— Art. 46. Aufg. durch EG. z. CPO.
§ 14 Nr. 2 u. erſ. durch CPO. § 259.
— Art. 47. Aufg. durch EG. z. CPO. § 14 Abſ. 1 und erſ. durch CPO. § 380. — Art. 48. Aufg. u. erſ. durch Bundesgeſetz betr. die Organiſation der Bundes⸗
conſulate ꝛc. vom 8. Nov. 1867 (BGB. 137; Eſchw. 636) § 13 und Bundesgeſetz vom 4. Mai 1870 betr. die Eheſchließung und die Beurkundung des Perſonenſtandes von Bundesangehörigen im Auslande; ſ. beſ. § 13 u. Anm. (BGB. 599; hier XIIh. § 85 d. Geſ. v. 6. Febr. 1875 (XII).
— Art. 49. 8§8 25, 26, 55, 65, 14 Abſ. 3 des cit. Geſetzes vom 6. Febr. 1875 und Bekanntmachung vom 1. Juli 1879 (JMB. 154).
— Art. 50. § 11 des Reichsgeſetzes läßt die Beſtimmungen der Landesgeſetze über die Ausübung der Aufſicht über die Standesbeamten unberührt. Daraus folgt, daß die auch nach franz. Recht als Aufſichtsbehörde beſtimmte Staatsanwaltſchaft von den Disciplinar⸗ ſtrafen des § 11 l. c. nur Warnungen und Verweiſe ſelbſt ertheilen kann, während ſie die Verhängung einer Geldſtrafe beim Landgerichte beantragen muß.
— Art. 52. Hierzu § 69 1. c. StGB. 88 133, 207, 269, 348, 349.
Daß die Nichtbeobachtung einer oder der anderen Fomalitäten in der Beurkundung des Perſonenſtandes die Nichtigkeit des Civilſtandsaktes zur Folge habe, beſtimmte weder das franzöſiſche, noch das heute geltende Reichsgeſetz. Das Gegentheil würde die Civilſtandsver⸗


