10 II. Code Civil. I. B. 2. T. Von den Perſonenſtandsurkunden. Art. 34— 43.
Jitre lI. Zweiter Fitel. Des actes de l'état civil. Von den Urkunden des Perſonenſtandes. Chapitre I. Erſtes Kapitel. Dispositions générales. Allgemeine Verfügungen.
Art. 34. — Die urkunden des Perſonenſtandes müſſen das Jahr, den Tag und die Stunde, wo ſie aufgenommen werden, die Vornamen, die Geſchlechtsnamen, das Alter, das Gewerde und den Wohnort aller derjenigen ausdrücken, welche darin genannt werden.
Art. 35. — Die Beamten des Perſonenſtandes dürfen den Urkunden, die ſie abfaſſen, weder durch Anmerkungen, noch durch ſonſtige Aeußerungen irgend etwas einrücken, außer dem, was von den Erſcheinenden erklärt werden muß.
In den Fällen, wo die Intereſſenten nicht verbunden ſind, in Perſon zu erſcheinen, dürfen ſie ſich durch einen Andern, der mit einer darauf beſonders gerichteten, in authentiſcher Form abgefaßten Vollmacht verſehen iſt, vertreten laſſen.
Art. 37. — Nur Mannsperſonen, die wenigſtens einundzwanzig Jahre alt ſind, Verwandte oder andere, dürfen bei Aufnahme der Urkunden des Perfonenſtandes als Zeugen zugezogen werden: die Inter⸗ eſſenten wählen dieſe ſelbſt.
rt. 38. — Der Beamte des Perſonenſtandes muß den erſcheinenden Theilen oder ihren Bevoll⸗ mächtigten und den Zeugen die Urkunde vorleſen, worin auch der Erfüllung dieſer Förmlichkeit Erwähnung zu thun iſt. Art. 39. — Dieſe Urkunden müſſen von dem Beamten des Perſonenſtandes, von den erſcheinenden Theilen und den Zeugen unterſchrieben, oder es muß die Urſache angeführt werden, welche die Erſcheinenden und die Zeugen daran verhinderte.
rt. 40. — Die Urkunden des Perſonenſtandes ſind in jeder Gemeinde in ein oder in mehrere Regiſter, die doppelt geführt werden, einzutragen. Art. 41. — Die Regiſter ſollen vom Präſidenten des Gerichtes der erſten Inſtanz oder von dem
Richter, welcher deſſen Stelle vertritt, auf dem erſten und letzten Blatte mit der Seitenzahl, und auf jedem Blatte mit einem Hand⸗ oder Namenszuge verſehen werden.
Art. 42. — Die urkunden ſollen in die Regiſter hintereinander, ohne einigen Zwiſchenraum, ein⸗ getragen werden. Wird etwas ausgelöſcht oder eine Nebenbemerkung beigefügt, ſo muß dies ebenſo, wie der Hauptinhalt der Urkunde, genehmigt und unterzeichnet werden. Im Schreiben darf man ſich keiner Abkürzungen bedienen, noch irgend ein Datum mit Ziffern ausdrücken.
Art. 43. — Am Ende eines jeden Jahres ſollen die Regiſter von dem Beamten des Perſonenſtandes
förmlich abgeſchloſſen und binnen einem Monate das eine der Exemplare in das Gemeinde⸗Archiv, das andere bei dem Secretariat des Tribunals der erſten Inſtanz niedergelegt worden.
— Zum zweiten Titel: Im allgemeinen iſt hier das Reichsgeſetz über die Beur⸗ kundung des Perſonenſtandes und die Eheſchließung vom 6. Febr. 1875 aufhebend an die Stelle getreten (XII)
— Art. 34. Aufg. u. erſ. durch § 13 1. c.
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— Art. 36. §8 19, 52, 58 1. c.
— Art. 57. 86 52, 53 1 c.
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t 39 13 Abſ. 2 Rr. 5 und 6.
— Zrt. 40 § 14 1 6.
— Art. 41. Die erſte Auflage hielt dieſen Artikel aufrecht, indem von der Anſicht ausgegangen wurde, daß derſelbe als eine über die Maßnahmen des Perſonenſtandsgeſetzes hinausgehende Sicherungsmaßregel neben den Beſtimmungen dieſes Geſetzes in Geltung bleiben könne. Eine nochmalige Prüfung hat das entgegengeſetzte Reſultat gehabt. Der Art. 41 bezieht ſich eben auf die vom BGſb. eingeführten und normirten Regiſter. Das Reichsgeſetz führt aber ganz neue Standesregiſter ein, auf welche die für die Führung der franzöſiſchen Standesregiſter geltenden Beſtimmungen nicht übertragen werden dürfen; vgl. auch § 8 des Geſ. vom 6. Februar 1875.
— Art. 43. Ofr. §§ 11, 14 1. c. AG. z. GVG. vom 24. April 1878 (GSS. 230) § 41; Bekanntmachung der Miniſter der Juſtiz und des Innern vom 6. Febr. 1879 betr. die Ausführung des Reichsgeſetzes vom 6. Febr. 1875 über die Beurkundung des Perſonen⸗ ſtandes ꝛc. (JMB. 154); efr. Décret concernant les tables alphabétiques de l'état civil vom 20. Juli 1807 (v. Dan. V, 270) und Décret concernant l'application du Code Napoléon vom 12. Nov. 1809 für Berg Art. 11 ff. (II) u. Anm. dazu.
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