Gerichtsverfaſſung.
— Königs geprüft, und wenn richtig befunden, die Sache von dem Par⸗ lamente auf's Neue unter Zuziehung föniglicher Abgeordneten geprüft 6 und entſchieden werden. Interlocutoriſche Urtheile durften indeſſen din nicht Gegenſtand des Rekurſes ſeyn und den Succumbenten wurden 6 Geldſtrafen frirt.
c it. Ludwig XI. fand es nicht für gerathen, die Parlamente, die Sin ihm ohnehin ſchon zu mächtig waren, über die Caſſationsrekurſe ent⸗ hin ſcheiden zu laſſen und maßte ſich die künftige Entſcheidung über ſolche a * unmittelbar ſelbſt an, indem er ſie vor ſeinen Grand conseil *) zu. 5 — Staatsrath — verwies, und dieſen erkennen ließ, wie er es ihm önm n vorſchrieb. Jetzt und nach ihm hatte die Hofwirthſchaft wieder ſiunb⸗ freies Spiel in dieſer Sache, und das Recht lag in den Händen
der Hofſchranzen, der Miniſter und der Maitreſſen, bis der Kanzler Olivier durch eine königliche Ordonnanz vom Jahre 1579 gegen dieſe Mißbräuche in der Weiſe einwirkte, daß nun künftig die arréts weder
cujiuin taſſirt noch eingezogen werden konnten, als im Wege Rechtens,
kzet 1) durch die restitutio in integrum oder die requéte civile, ehnn u 2) wegen Geſetzesverletzung, und 3) durch die Nachweiſung eines mije dut faktiſchen Irrthums von Seiten des Parlaments. Wegen Geſetzes⸗ wut zin verletzung ſollte der Grand conseil, über die beiden andern Rechts⸗ n un mittel das Parlament erkennen.
uſt is So verblieb es nun bis zur Erſcheinung der ordonnance civile Sihh u von 1667, welche die Civilprozeßordnung feſtſetzte, die bis zum napo⸗ zerfiynn leoniſchen code de procedure civile beſtand und die Hauptgrund⸗ un in b lage deſſelben iſt. Dieſe Ordonnanz führte zwei weſentliche Ver⸗ ds vm beſſerungen ein, die eine dadurch, daß der Rekurs wegen faktiſchen ſutfn Irrthums unterſagt wurde, ein Rechtsmittel, welches man auf die u hun muthwilligſte Weiſe zur Verewigung der Prozeſſe mißbrauchte, und
die zweite durch die Präziſion der Fälle, in welchen die requéte
ſihn u civile angewendet werden durfte; der Staatsrath aber, was keine is uin Verbeſſerung war, wurde mit der Funktion des Caſſationsgerichts ie lit betraut, denn die abhängige Stellung der Staatsräthe garantirte keine be ll unparteiiſche Rechtsſpendung.
ihun ſi⸗
hnhi *) Die Abtheilung des Staatsrathes, welche die Caſſationsinſtanz bildete, hieß
oweil M conseil des parties.


