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Rechtsgeſchichtliche Einleitung.
I. Pie franzöſiſche Geſetzgebung vor der Revolution
bot ein ſehr unbefriedigendes, trübſeliges Bild im Ganzen wie im Einzelnen dar. Weder im bürgerlichen, noch im Straf⸗Recht, noch in der Gerichtsverfaſſung eine Einheit; kein unabhängiger Rich⸗ terſtand, ein zum Sprichwort gewordener ſchlechter Anwalt⸗ oder Prokuratorenſtand; keine genaue Abgränzung der Juſtiz von der Ad⸗ miniſtration und Politik; Verkäuflichkeit aller Stellen; in Straf⸗ ſachen keine, in Civilprozeduren eine höchſt dürftige und beſchränkte Oeffentlichteit des Verfahrens; eine Menge Ausnahmsgerichte, namentlich in Criminalſachen die ſogenannten Commiſſionen von welchen eine Maſſe Unſchuldiger, oft die edelſten Männer des Landes hingemordet oder in ſchrecklichem Kerker gehalten wurden.
Erklärlich iſt es alſo, daß bei dem erſten Beginn der Revo⸗ lution die Umbeſſerung ſolcher Verhältniſſe in die vorderſte Reihe der Wünſche und Beſtrebungen trat. Immer zahlreicher wurden die Vorſchläge für Beſſerung hier und dort, immer drängender geſtaltete ſich das Bedürfniß darnach, immer unerträglicher und peinlicher drück⸗ ten die Mängel des ancien regime auf die Nation, immer näher rückte der Sturm heran — da endlich entlud ſich das entſetzliche Wetter, das ſich ſeit langen Jahren am politiſchen Horizonte Frankreichs ge— ſammelt hatte, in furchtbaren Schlägen, zerſchmetterte Alles was im Wege ſtund, das Gute mit dem Schlechten, und führte durch Jahre der ſinnloſeſten Barbarei, der grauſenhafteſten Greuel und Menſchen⸗ ſchlächterei die franzöſiſche Nation zum Beſſern.


