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30 Von der Verkündigung, Wirkung u. Anwendung der Geſetze.[§ 6 3. 4.
LRS 888. Die Zuläſſigkeit einer ſolchen Einkleidung wird dann all⸗ gemein anerkannt, wenn dadurch keine zwingenden Vorſchriften umgangen werden. Steht dagegen das eigentlich gewollte Rechtsgeſchäft unter zwingenden Vorſchriften, ſo iſt nach der richtigen Anſicht zu unterſcheiden. Materielle Verbote können durch Verſchleierung nicht umgangen werden: ſo iſt auch eine verſchleierte Schenkung nichtig, wenn ſie an einen unfähigen Empfänger gemacht wurde, und ſie unterliegt der Minderung, ſoweit ſie den Vorbehalt verletzt. Vgl. LRS 911, 1099, 1100, 1527 Vagl 5 zu A 1 n ze melle Vorſchriften dagegen können durch die Verſchleierung umgangen werden, nur müſſen die Parteien auch das Rechtsgeſchäft, deſſen Form ſie wählen, wirklich gewollt haben. Beiſpiel: A verkauft in frei⸗ gebiger Abſicht dem B ein Grundſtück, das 150,000 Mk. wert iſt, um 5000 Mk. Hier wird anzunehmen ſein, daß ein Kauf überhaupt nicht gewollt war; das Rechtsgeſchäft kann daher weder als Kauf wirkſam ſein, noch als Schenkung, da dieſer die Form fehlt. Beträgt dagegen der Preis 100,000 Mk., ſo kann dieſer recht wohl als ernſtlich gewollter Kaufpreis betrachtet werden, der Kauf iſt daher wirkſam und damit auch die in ihm ſteckende freigebige Zuwendung des Mehrwertes von 50,000 Mk.
e) Der Wille einer Partei oder beider Parteien kann infolge eines Irrtums falſch erklärt worden ſein. Von dieſem Falle iſt bei der Lehre vom Irrtum im Obligationenrecht näher zu handeln. Vgl. LRS 1108, 1109 ff.
2. Das Rechtsgeſchäft muß einen beſtimmten Gegenſtand haben, der überhaupt vorhanden und der den Parteien zugänglich iſt. An dieſem Erforderniſſe fehlt es bei Rechtsgeſchäften über unmögliche Leiſtungen und über fremde Sachen, ſowie bei Willenserklärungen, die jemand ohne Vertretungsbefugnis für einen anderen abgiebt. LRS 1126 ff., 1998.
Im allgemeinen muß der das Zuſtandekommen eines Rechtsgeſchäfts
3. Beh. I S. 78, 79/80, II S. 100. Vgl. ZDr I§ 35 N. 1—6, insbeſ. N. 3. ZCr 128 N. 1— 14, insbeſ. N. 2, 3, 6, 7. Crome I S. 257— 259. Karls⸗ ruhe v. 25. Juni 1885. Bad. Ann. 51 S. 305. RG v. 10. März 1887 Puch. 18 S. 679.— RG v. 12. Jan. 1883 E. 9 S. 313, Bad. Ann. 49 S. 345, Puch. 14 S 374, K. I S. 676. RG v. 8. Nov. 1887 Puch. 19 S. 272. RG v. 1. Nov. 1887 E. 20 S. 337. RG v. 14. Febr. 1888 Puch. 20 S. 235. RG v. 17. Mai 1892 Bad. Ann. 59 S. 281. RG v. 6. Juni 1893. Bad. Ann. 60 S. 42 ff., Puch. 25 S. 123. RG v. 21. Mai 1895 Puch. 27 S. 80. RG v. 30. April 1895 Bad. Ann. 61 S. 249.— RG v. 19. Jan. 1883 E. 8 S. 307, K. I S. 195. RG v. 22. Juni 1886 E. 16 S. 275, Puch. 17 S. 211, K. II S. 5 ff RGb 7. Okt. 1890 Puch. 22 S. 48.
4. Beh. I S. 80. Stabel, Vortr. S. 146, 175 f. Zr 8 ZCr T§ 127 N. 7 Crome S. 290 292, 270 ff.


