§ 5 26 6.] Zwingende Geſetze. Nichtigkeit. Rechtsirrtum. 25
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weiteres vollſtreckbar. CPO§ 660. Da LRS 2123 einem außer⸗ badiſchen Urteil dann richterliches Pfandrecht gewährt, wenn es für vollſtreckbar erklärt iſt, die Vollſtreckbarkeitserklärung aber nun reichsgeſetzlich allgemein für deutſche Urteile beſeitigt iſt, ſo muß auch den Urteilen außerbadiſcher deutſcher Gerichte richterliches Pfand⸗ recht zuerkannt werden. Vgl. noch den Staatsvertrag mit Frankreich von 1846. § 6. Zwingende Geſetze. Michtigkrit. Bechtsirrtum.
I. Die meiſten Vorſchriften des bürgerlichen Rechts ſind dispoſi⸗ tiver Natur: es bleibt den Beteiligten überlaſſen, ihre Rechtsverhältniſſe ſelbſt zu regeln, und das Geſetz will erſt für den Fall eintreten, daß eine ſolche Regelung unterblieben iſt. Dem gegenüber beanſpruchen gewiſſe Vorſchriften abſolute Geltung, ſchließen anderweite Privat— feſtſetzung aus, ſind zwingender Natur: ius publicum in dieſem Sinne, ius cogens.
1. Hierher gehören zunächſt die Geſetze, die gewiſſe Handlungen unter Androhung öffentlicher Strafe verbieten. LRS 3 Abſ. 1. Verboten ſind deshalb z. B. Verträge über Lieferung verfälſchter Nahrungsmittel, Nahrungsmittelgeſetz v. 14. Mai 1879 88 10— 13,— Beſtechung eines Beamten, StGB§8§ 332 ff.— Waffenlieferung an den Feind in Kriegszeiten, StGB§ 89,— Wucher, StGB§ 302*4 (Faſſung vom 24. Mai 1880 u. 19. Juni 1893),— Truckſyſtem, GewO 88 115, 117, 1461.
2. Andere Geſetze enthalten zwar keine Strafandrohung, ſind aber doch zwingender Natur, weil ſie im öffentlichen Intereſſe erlaſſen ſind. LRS 6. Hierher gehören z. B.: das Verbot der Aftererbſetzung, LRS 896,— das der Erbverträge, LRS 791, 1130, 1600,— das des societas leonina, LRS 1855,— das der lex commissoria im Pfandrecht, LRS 2078. RGeſ. v. 16. Mai 1894 betr. die Abzahlungs⸗ geſchäfte§ 1 RGB S. 450. Vgl. auch die Veräußerungsverbote und die Verbote abweichender Vereinbarungen in den Arbeiterverſicherungs⸗ geſetzen: Krankenverſc v. 1883(Faſſung v. 1892)§ 80; Unfall⸗ verſG v. 1884§§ 68, 99; Inval.⸗ u. AltersverſG v. 1889§ 40 (BB II, S. 958, 438, 447, 575).
Im Zweifelsfalle hat das Ermeſſen des Richters zu entſcheiden,
26. Scherer, Rh. R. I S. 654. AM. Beh. I S. 70/71, II 8§ 260 I. RG v. 21. Sept. 1886 JW 86 S. 327 N. 41. Staatsvertrag mit Frankreich v. 16. April 1846(RBl. S. 133 ff.) und Zuſatzkonvention zum Frankfurter Frieden v. 11. Des. 1871 RBl. 72 S. 19 ff.
§ 6. Beh. 1 88 19, 20, vgl. II§ 178. Stabel, Inſt. 88 10, 11, 159, Vortr.§8 36 ff., 57. ZDr 1 88 33—37, 8 28, II 88 332 ff. ZCr I88 33, 126—120, S 26. Crome 1 88 10, 22 f., S 9. Kuhlenbeck, Abhandl. in JW 1895 S. 577 ff.


