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26 Von der Verkündigung, Wirkung u. Anwendung der Geſetze.[§ 5 22—2.
nicht direkt das gemeine Erbrecht anzuwenden, ſondern zu fragen, welches Recht der gemeinrechtliche Richter anwenden würde, wenn dieſer zu entſcheiden hätte. Da nun aber im gemeinen Recht die lex domicilii bei erbrechtlichen Geſetzeskolliſionen entſcheiden ſoll, ſo hat auch der badiſche Richter die lex domicilii anzuwenden. Dieſe iſt aber im vorliegenden Falle das eigene, badiſche Recht. Dieſe Anſicht muß in konſequenter Durchführung notwendig einen circulus vitiosus ergeben: denn auch der gemeinrechtliche Richter ſoll das fremde Recht in ſeiner Totalität anwenden, das gemeine Recht weiſt alſo wieder auf das badiſche, dieſes wieder auf das gemeine Recht zurück u. ſ. w. Sie iſt ferner ſo künſtlich, daß wohl nicht anzunehmen ſein wird, ſie habe den Geſetzgeber bei LRS 3 und bei§ 2 des 6. KonſtEd. geleitet. Das Reichsgericht iſt auch in ſeiner neueſten Entſcheidung von dieſer Anſicht wieder abgekommen.
b) Das Noterbrecht richtet ſich nach denſelben Grundſätzen, doch iſt auch hier die etwaige zwingende Natur des Geſetzes zu beachten.
c) Auch das Teſtamentserbrecht iſt nach den Regeln des Inteſtaterbrechts zu beurteilen. Doch kann ein Teſtament, das nach dem zur Zeit ſeiner Errichtung maßgebenden Geſetze ungültig war, nicht dadurch gültig werden, daß der Erblaſſer(z. B. durch Wechſel der Staatsangehörigkeit) zur Zeit des Todes unter einem andern Geſetze ſtand, deſſen Beſtimmungen das Teſtament entſprechen würde. Vgl. oben§ 4 Ziff. II zu Anm. 5.
d) Die Erbfolge in Stammgüter u. dgl. Vermögensobjekte, für die eine beſondere Erbfolgeordnung beſteht, unterliegt der lex rei sitae.
6. Die Verjährung iſt nach den geſetzlichen Vorſchriften zu be⸗ urteilen, denen die dinglichen oder obligatoriſchen Rechte unterſtehen, um deren Erlöſchen es ſich handelt.
7. Die Urteile deutſcher Gerichte ſind im ganzen Reiche ohne
22. Vgl. Beh. I S. 65/66. Stabel, Vortr. S. 72 ff. Crome I S. 97/98. v. Bar II§8 362 ff. Für das Rheiniſche Recht: Bayer. Oberſt. LG v. 23. Dez. 1883 Puch. 13 S. 622. Darmſtadt v. 19. Nov. 1883 Puch. 15 S. 491. RG v. 27. Jan. 1888 E. 20 S. 351 ff. Für Baden: RG v. 16. Okt. 1885 Bad. Ann. 51 S. 372. Karlsruhe v. 27. Jan. 1880 Puch. 12 S. 38, K. I S. 5. Zu den drei letzten Entſch. vgl. v. Bar 1§ 94 S. 278 und beſonders Kahn S. Sff., 54, 129 ff. Vgl. jetzt aber Karlsruhe v. 22. Nov. 1893 u. RG v. 24. April 1894 Puch. 25 S. 437, Bad. Ann. 60 S. 213, 250. Vgl. auch RG VI. CivSen. v. 27. April 1893 E. 31 S. 189. RG v. 25. Okt. 1895 JW 1895 S. 552 Nr. 63— 65.
23. Crome I S. 97/98 N. 95. v. Bar II§ 368 ff. RG v. 1. März 1881, Puch. 13 S 78, und beſonders RG III. CivSen. v. 7. März 1893 E. 31 S. 154. Wegen des Noterbrechts vgl. RG v. 14. April 1891, Rh. Arch. 83 S. 33.
24. Vgl. Beh. I S. 65/66, 67. Stabel, Vortr. S. 73. Crome I S. 97.
25. Beh. I S. 69/70. Crome I S. 91, 84/85. Stabel, Vortr. S. 80. v. Bar II 8 279. RG I CivSen. v. 8. Juli 1882 E. 9 S. 225 u. v. 8. Mai
1880 E. 2 S. 13(Gemeines Rechth.


