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Grundriß des badischen Landrechts : (mit Ausschluß des Obligationenrechts, LRS 1101 ff.) : unter besonderer Berücksichtigung der neueren deutschen Rechtsprechung für Studium und Praxis dargestellt / A. Platenius
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§ 5 21.] Räumliche Geltung der Rechtsquellen ꝛc. 25

b) Bei Vergehen und Verſehen wird für die Frage, ob ein Delikt oder Quaſidelikt vorliegt, allgemein die lex delicti commissi, das Geſetz des Ortes der Begangenſchaft, für maßgebend erklärt. Die weitere Frage, welche Folgen die Handlung nach ſich zieht, wird da⸗ gegen von manchen nach der lex fori entſchieden. Für Baden beſtimmt§ 13 des 6. KonſtEd., daß lediglich das badiſche Recht anzuwenden ſei, wenn alle Beteiligten Inländer ſind; bei Beteiligung von Ausländern iſt die lex delicti commissi anzuwenden. Welcher Ort als der Ort der Begangenſchaft zu betrachten ſei, iſt oft ſtreitig, z. B. bei brieflich verübten Vergehen.

c) Die Geſchäftsführung wird nach dem Geſetz des Ortes, wo das Geſchäft geführt wurde, die condictio indebiti nach dem für die vermeintliche Verbindlichkeit geltenden Rechte zu beurteilen ſein.

5. Erbrecht.

a) Die Inteſtaterbfolge wird in Frankreich ſelbſt meiſt nur bezüglich der Mobilien nach dem Geſetze des letzten Wohnſitzes des Erblaſſers beurteilt, bezüglich der Liegenſchaften dagegen nach der lex rei sitae. Im rheiniſchen Recht wird dagegen der Nachlaß als Einheit aufgefaßt, und hier von der herrſchenden Meinung die lex domicilii defuncti für maßgebend erklärt. Für Baden endlich beſtimmt§ 21 des 6. KonſtEd., daß der Richter die Geſetze des Heimatsſtaates eines im Inlande verſtorbenen Ausländers anwenden ſoll, hier gilt alſo das Geſetz der Staatsangehörigkeit, die lex originis.

Das Reichsgericht hat in mehreren Entſcheidungen für das badiſche und das rheiniſche Recht das ſogenannte Prinzip der Rückverweiſung angewendet, d. h. es hat angenommen, das maßgebende fremde Recht (für Baden alſo die lex originis, für das Rheinland die lex domicilii defuncti) ſei in ſeiner Totalität anzuwenden: nicht das fremde Erb⸗ recht ſei direkt anzuwenden, ſondern die in dem fremden Rechte geltenden Grundſätze über internationales Privatrecht. Bei ſpiel: Ein Staatsangehöriger eines gemeinrechtlichen Rechtsgebiets ſtirbt an ſeinem Wohnſitz in Baden. Der badiſche Richter hat hier

v. 13. Nov. 1885(lex Anastasiana) E. 14 S. 235(Gem. Recht). RG v. 1. Juli 1890 E. 26 S. 66 ff., Puch. 21 S. 622: die Kompenſation unterliegt dem für die Obligation maßgebenden Rechte, deren Erlöſchen compensando geltend gemacht wird. RG I. CivSen. v. 23. Mai 1883 E. 9 S. 185: Einrede der Vorausklage des Bürgen richtet ſich nach dem Rechte ſeines Erfüllungsortes. Vgl. v. Bar II § 257 ff Crome I S. 91 93.

21. Beh. I S. 69/70. Stabel, Vortr. S. 79 ff. Crome I S. 92/93. v. Bar II 8§8 286288. Kahn S. 118 ff. RG v. 23. Sept. 1887 Puch. 18 S. 596. RG v. 23. Sept. 1887 E. 19 S. 382. RG v. 20. Nov. 1888 E. 23 S. 305, Puch. 21 S. 94 und v. 15. Mai 1891 Puch. 22 S. 491, Ort der Be⸗ gangenſchaft.