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Grundriß des badischen Landrechts : (mit Ausschluß des Obligationenrechts, LRS 1101 ff.) : unter besonderer Berücksichtigung der neueren deutschen Rechtsprechung für Studium und Praxis dargestellt / A. Platenius
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22 Von der Verkündigung, Wirkung u. Anwendung der Geſetze.[§ 5 6 u.

Reichsgericht die Vaterſchaft nach der lex originis des Schwängerers,

nach Anderen nach der lex originis der Mutter oder nach der lex fori..

Elterliche Gewalt und Vormundſchaft unterſtehen der lex originis des Vaters bezw. des Mündels.

Wie bereits oben ausgeführt, gelten dieſe Grundſätze auch bei einer Kolliſion der Rechte einzelner Bundesſtaaten des Reiches und nicht nur dann, wenn ſich ſelbſtändige Staaten gegenüberſtehen.

2. Im Sachenrecht iſt zwiſchen unbeweglichen und beweglichen Sachen zu unterſcheiden:

a) Der LRS 3 Abſ. 2 ſpricht lediglich aus, daß inländiſche Liegenſchaften ausſchließlich unter dem inländiſchen Rechte ſtehen. Auch hier iſt umgekehrt zu ſagen, daß die ausländiſchen Liegenſchaften dann auch nach dem Geſetze ihres Landes zu beurtheilen ſind. Maß⸗ gebend iſt alſo das Geſetz der belegenen Sache, die lex rei sitae. Vgl. 6. KonſtEd.§ 13 b. Nach dieſem Geſetze beſtimmen ſich ins⸗ beſondere der Erwerb und Verluſt dinglicher Rechte an Liegenſchaften, und deren Inhalt und Umfang, z. B. Notwendigkeit des Grundbuchs⸗ eintrags, Eigentumsbeſchränkungen, Dienſtbarkeiten, Rang der Pfand⸗ rechte. Eine Ausnahme iſt zu machen, wenn die Liegenſchaften nicht als einzelne Vermögensſtücke, ſondern als Teile einer Vermögens⸗ geſamtheit, z. B. einer Erbſchaft, ehelichen Gütergemeinſchaft, in Be⸗ tracht kommen. Hier teilt nach der in Deutſchland herrſchenden und richtigen Anſicht die Liegenſchaft die rechtliche Beurteilung der Ver⸗ mögensgeſamtheit. Die Frage, ob eine Sache Liegenſchaft oder Mobilie ſei, iſt ebenfalls nach der lex rei sitae zu entſcheiden, im letzterwähnten Falle dagegen nach dem für die Vermögensgeſamtheit maßgebenden Rechte.

b) Auch bei beweglichen Sachen iſt regelmäßig die lex rei sitae anzuwenden, jedenfalls iſt aus dem Schweigen des LRS 3 das Gegen⸗ teil nicht zu folgern. Da die Mobilie aber ihren Ort wechſeln kann, fragt es ſich eben, welches der maßgebende Aufenthaltsort iſt. Am

8. RG v. 1. März 1892 E. 29 S. 288, Puch. 23 S. 421, Bad. Ann. 58 S. 131. Karlsruhe, Bad. Ann. 59 S. 289. AM Crome I S. 96/97. v. BarT 88 204 207.

9. Beh. I S. 64. v. Bar I 8§8 191219. RG v. 1. Mai 1883 Bad. Ann. 49 S. 181; v. 31. Mai 1889 E. 24 S. 326, Puch. 20 S. 597. Crome S. 96. Vgl. auch RG v. 11. Okt. 1895, Puch. 27 S. 47(Adoption). Vgl. die Staatsverträge mit Heſſen v. 1813, Württemberg v. 1825, Sigmaringen bezw. Preußen v. 1827, Sachſen v. 1855, Bad. Juſt.⸗Geſ. III S. 181 ff.

10. Vgl. die Entſch. d. RG zu N. 9. Beh. I S. 60. v. Bar I 8§65 35, 92. AM Crome I S. 75/76.

11. Vgl. Beh. I S. 66/67. Crome I S. 81 ff., 85. v. Bar I8 229,§ 220 ff. Kahn S. Soff., 91 ff. Karlsruhe v. 12. Dez. 1892 Puch. 25 S. 46 ff. Vgl. Cöln v. 22. Nov. 1894 Puch. 26 S. 490.