Teil eines Werkes 
Erster Band (1810)
Entstehung
Seite
399
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Von d. Volljährigkeit u. dem gerichtlich beſtellten Vormunde. 399

Interdicirenden einen beſtaͤndigen Beyſtand ſetzt. Ueber die Wirkung der Interdiction iſt folgendes beſtimmt: I. Sie faͤngt von dem Tage Art. 502. des erlaſſenen Erkenntniſſes, welches ſie ausſpricht, oder einen Beyſtand anordnet, an. Mithin ſind alle von dem Interdicirten ohne Mitwirkung des angeordneten Beyſtandes vorgenommenen Handlungen iplo jure nichtig. Was hingegen die Handlungen anlangt, welche vor der Inter⸗Art. 303. dietion vorgenommen ſind, ſo lebt entweder der Interdicirte noch, oder er iſt ſchon verſtorben. Im erſtern Falle konnen dieſe Handlungen fuͤr nichtig erklärt werden, wenn die Urſache der Interdiction zur Zeit der Vornahme derſelben notoriſch ſchon vorhanden war ²). Im letztern konnen dieſe Art. 503. Handlungen nur dann angefochten werden, wenn 1) vor ihrem Abſterben entweder die Interdietion ſchon nachgeſucht war, oder 2) wenn ſich der Beweis des Wahnſinns aus der angefochtenen Handlung ſelbſt ergiebt. II. Iſt das Erkenntniß auf Interdiction rechtskraͤftig geworden, ſo muß Art. 503. der Familienrath nach den im vorigen Titel angegebenen Regeln einen Vormund und Gegenvormund ernennen 3). Iſt dieſes geſchehen, ſo ſtellt der vorlaͤufige Verwalter ſeine Verrichtungen ein, und hat dem Vormund, außer wenn er ſelbſt zum Vormunde beſtellt iſt, Rechnung abzulegen. Uebrigens treten die im vorigen Titel ausgefuͤhrten Regeln uͤber die Ernennung der Vormuͤnder ein. Mithin wird zuerſt der natuͤrliche Vormund kraft des Geſetzes Vormund des Interdicirten, z. B. Vater und Mutter); dann der teſtamentariſche, den die Eltern uͤber das Kind ernannt haben; bierauf der geſetzliche. Jedem geſetzlichen, ſo boie auch Art⸗So6. dem natuͤrlichen und teſtamentariſchen Vormunde wird jedoch der Mann vorgezogen, denn dieſer wird kraft des Geſetzes Vormund uͤber ſeine interdicirte Frau. Auch bleibt es dem Familienrathe uͤberlaſſen, dieſen genannten Vormuͤndern die Frau des Interdicirten vorzuzieben, und die⸗Art. 507. ſelbe zur Vormuͤnderin zu ernennen. Der Familienrath ſetzt in dieſem Falle die Form und Bedingung der Verwaltung feſt*); doch bleibt es der Frau, wenn ſie ſich durch dieſen Beſchluß des Familienraths verletzt fuhlt, unbenommen, ſich an das Tribunal zu wenden. Auch von dem Erkenntniſſe deſſelben ſteht ihr die Appellation frey. In Ermangelung der natuͤrlichen, teſtamentariſchen und geſetzlichen Vormundſchaft, und wenn es der Fami⸗ lienrath nicht fuͤr gut haͤlt, die Frau zur Vormuͤnderin zu beſtellen, tritt eine Dativtutel ein, d. h. es kann jeder zum Vormund ernannt werden, die Deſcendenten des Interdicirten*), der vorlänfige Verwalter?), der die Interdiction Rachſuchende 10), u. ſ. w. 1) No-