Von d. Minderjährigkeit, Vormundſchaft u. Emancipation. 379
9) Art. 1718. 10) S. Art. r429. 1430. willigerod Inſtruction. S. 8. DEtvINCoURT Inſtitutes. T. I. p. 245.
6 5. 355.
Handlungen unter Concurrenz des Familienraths. 3
I. Sobald mittelſt des Inventars der Vermogenszuſtand des Pupil⸗Art. 454.
len ins Reine gebracht iſt, muß ihn der Vormund dem Familienrathe vorlegen, damit dieſer nach einem ungefaͤhren Ueberſchlage, und mit Ruͤckſicht auf den Betrag des zu verwaltenden Vermogens, beſtimmen könne, wieviel die jährliche Ausgabe fuͤr die Perſon des Minderjaͤhrigen ſowohl, als fuͤr die Verwaltung ſeines Vermögens betragen ſolle. Nur die naturlichen Vormuͤnder ſind von dieſer Verbindlichkeit, ſolchergeſtalt die Ausgaben fuͤr den Pupillen beſtimmen zu laſſen, befreyet. Zeigt es ſich bey dieſer Regulirung, daß der Vormund einen oder mehrere zu beſol⸗ dende, beſondere Verwalter, fuͤr deren Verwaltung er immer verant⸗ wortlich iſt, annehmen muß, ſo wird auch dieſes zugleich beſtimmt. Zu
gleicher Zeit muß der Familienrath die Summe genau beſtimmen ¹), bey Art. 455.
welcher die Verbindlichkeit des Vormunds anfangen ſoll, ſie, nach Abzug
der Ausgaben, anzulegen. Dieſe Anlegung muß dann binnen ſechs
Monaten wirklich geſchehen; widrigenfalls iſt der Vormund nach Ablauf
dieſer Zeit ſelbſt Zinſen davon zu zahlen ſchuldig ²). Hat der Vormund Art. 436.
dieſe gedachte Summe von dem Familienrathe gar nicht beſtimmen laſſen, ſo iſt er nach dem Ablaufe der genannten ſechs Monate von allem nicht angelegten Gelde, deſſen Verwendung er nicht nachweiſen kann, ſo gering auch immer die Summe ſeyn mag, die Zinſen zu bezahlen ſchuldig ²).
1) Die Beſtimmung der anzulegenden Summe kann auch ſo geſchehen, daß der Vormund alles, außer den zu den Ausgaben beſtimmten Summen, anlegen muß. Deshalb ſagt der Artikel“l'obligation d'employer l'eæxcédent des revenus ſur
la depenſe“ v. Almendingen. S. 269.
2) Hatte der Vormund alles angewandt, um das Capital auszuleihen, ohne daß eer dieß bewirken fonnte, ſo braucht er keine Zinſen zu geben. Nur iſt es ſchwer zu beſtimmen, in welchem Falle der Vormund alles angewandt zu haben erachtet werden muß. Bloͤchel ſchlägt vor, daß er durch die oͤffentlichen Blätter ankuͤndigen muͤſſe, daß er ein Capital auszuleihen habe, und daß er, wenn kein Borger kommt, das Geld ſo lange bey einer offentlichen Perſon deponi⸗
ren muͤſſe, bis ſich Gelegenheit findet es auszuthun. v. Almendingen S. 368. ſgt:„Findet ſich binnen den ſechs Monaten keine Gelegenheit zur ſichern Anlegung des Geldes, ſo befteyt ſich der Vormund dadurch von aller Verant⸗ Bbb 2 wort⸗
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