378 Erſtes Buch. Zehnter Titel.
Vormund, in Beyſeyn des Gegenvormundes, nach vorhergegangenen öffentlichen Anſchlägen und Ankuͤndigungen, deren in dem Verkaufspro⸗ tocolle Erwaͤhnung geſcheben muß, alle bewegliche Sachen, diejenigen ausgenommen, welche in Natur aufzubewahren der Familienrath ibm geſtattet hat*), in einer von einem oͤffentlichen Beamten(Notar oder Huiſſier) zu haltenden Verſteigerung verkaufen laſſen. Eine Ausnahme findet ſich von dieſer Pflicht jedoch in Hinſicht der Eltern. Dieſe ſind namlich nicht verbunden, ſo lange ihnen der geſetzliche Nießbrauch an dem Vermögen des Pupillen ³) zuſteht, die beweglichen Sachen zu ver⸗ kaufen; wenn ſie dieſelben naͤmlich lieber aufbewahren wollen, um ſie in Ratur zuruͤckzugeben*). In dieſem Falle ſollen dieſe Sachen auf ihre Koſten von einem Sachverſtaͤndigen, den der Gegenvormund ernannt, und der Familienrath beeidigt hat, nach ihrem wabren Werthe geſchaͤtzt werden. Werden einige derſelben dann nicht in Natur zuruͤckgeliefert, ſo muͤſſen die Eltern deren Werth nach der Schaͤtzung verguͤten. IM. Der Vormund muß alle Maaßregeln zur Erhaltung des Vermoͤgens nehmen*). Hierher gehoren auch Verpachtungen. Die Verpachtung braucht zwar nicht öffentlich und an die Meiſtbietenden zu geſcheben*), dagegen ſind aber dieſelben Regeln von dem Vormunde zu beobachten*), die der Ehemann bey Verpachtung der Guͤter der Eheftau befolgen muß 10).
1) Selbſt wenn es von dem Vater verboten ſeyn ſollte. Laſſaulx Handbuch fuͤr Vormuͤnder. S. 61. Mal BvIILI.E Analyſe ad h. art.
2) S. Code de procodure frartgoit art. 94l. Vſphalien art. 870.
3)*Et ee ſur la requiſition de Poffieier public.“ Hat alſo der Notar den Vormund an dieſe ſeine Pflicht nicht erianert, ſo kann er ſeiner Forderung nicht verluſtig erklärt werden. S. BroßcRr a. a. D. und DErvIRcouRT Inſtitutes. T. I. p. 245. Ich mochte lieber glauben, daß zwar die Strenge des Geſetzes gegen ihn eintritt, daß er aber einen Regreß gegen den Notar habe, deſſen Schuldigkeit es war, ihn an die Angabe ſeiner Forderung zu erinnern.
4) Die Eltern konnen es mithin nicht geſtatten. ZAcHAkIAE Handbuch. Th. II. S. 68. not. 2.
5) Iſt derſelbe daher uͤber achtzehn Jahr alt, ſo haben der Eltern dieſes Recht nicht mehr. MaLEvILILE analyſe ad h. art.
zwar brauchen ſie wegen Reſtitution der Sachen keine Kaution zu machen. rt. 601. 7) Hier ließe ſich die Analogie des Art. 431, in Anwendung bringen.
3) Lockk Eſprit. T. VI. p. 363. aus der Discuſſion⸗
3) Lo⸗


