Erſter Abſchnitt. Erſte Periode.
bey Chalons an der Marne(451) einen Damm zu ſetzen, ſo brachen doch bald neue Zwiſtigkeiten zwiſchen ihnen und denſelben aus; und die Schlacht bey Soiſſons machte im Jabr 486 der Römiſchen Herrſchaft ein Ende.
1) Im Jahr do7 nach C. G.
5. 16. Stiftung der Fraͤnkiſchen Monarchie.
Dieſe lieferte ein Heerfuhrer, und Konig der Franken, Chlodwig, deſſen Ahnherr gleiches Nahmens, ums Jahr 438 die Fraͤnkiſche Mo⸗ narchie geſtiftet batte. Er beſiegte die Alemannen bey Zulpich(496), die Weſtgothen bey Poitiers(507), und zerſtohrte die Koͤnigreiche Coͤlln(welches den Ripuariſchen Franken gehoͤrte, die ſich von den Saliſchen unterſchieden), Terruane, Mans, Cambray u. ſ. w. ſo daß er ſich zum Alleinherrſcher des Landes machte. Anfangs waren die Eingebohrnen glucklicher unter ſeiner neuen Herrſchaft als unter der Römiſchen, allein dieſes Gluͤck war nicht von Beſtand; denn zu fruͤh⸗ zeitig erlangte die Geiſtlichkeit großen Einfluß in alle Staatsgeſchaͤfte.
6. 17. Geſetze dieſer Periode. a. Der Völker.
Die Geſetze) und Rechte dieſer Periode ſind theils römiſchen ²)
Urſprungs, theils barbariſchen; denn auch dieſe Volker brachten ihre
eigenen Sitten, Gebraͤuche und Geſetze mit, welche, da ſie von einigen
der beſiegten Volker angenommen wurden, ſchon damals eine ungluͤckliche
Verſchiedenheit von Rechtsnormen. bervorbrachten. Zu den erſtern ge⸗
6 borte Alarichs II. Geſetzbuch, genannt previarium Alaricianum, oder die Weſtgothiſche Compilation, nicht zu verwechſeln mit dem urſprunglich Gothiſchen vom Koͤnige Eurich*)(466) verfaßten, und von Chin⸗ deſuind und Receſſuind revidirten Geſetzbuche. Da näͤmlich Eu⸗
richs Geſetze nur fuͤr die Gothen beſtimmt waren, ſo verfertigte Go⸗
. jarich Go6) fuͤr die Beſiegten eine Compilation aus dem Römiſchen Rechte 4), welche vom Könige Alarich, unter den Nahmen ſeines Re⸗ ferendars Anian, zu Aire in Gascogne promulgirt wurde. Beſonders
wichtig ſind die unter den Nahmen Seintilla bekannten Gloſſen Gojarichs, und


