Von dem Zuſtande des Fr. Rechts vor dem C. N. 15
und die faͤlſchlich ſo genannten Emblemata Aniana, weil ſie bisweilen Abweichungen des Fraͤnkiſchen Rechts vom Römiſchen enthalten.
Die barbariſchen Geſetzbuͤcher hatten die Franken groͤßtentheils mit den Teutſchen gemein, denn bis auf den Verduner Vertrag(843) waren Frankreich und Teutſchland unter derſelben Herrſchaft und denſelben Rechten vereinigt. Zu bemerken iſt es, daß dieſe Geſetze nicht in ur⸗ ſpruͤnglicher Geſtalt auf uns gekommen ſind, ſondern nach einer Redaetion, die Karl der Große mit ihnen vornahm(798); daß ſie nie den Gebrauch des Roͤmiſchen Rechts verdraͤngten, da ſie im Gegentheile ſogar mehrere oder wenigere Roömiſche Rechtsnormen enthalten; und daß ſie gegen das Ende des 12ten Jahrhunderts allmaͤhlig in Nichtgebrauch geriethen.
Das Saalfraͤnkiſche Geſetzbuch ²)(Lex Salica), entworfen von Wiſogaſt, Salogaſt, Bodogaſt und Windogaſt gegen das Jahr 422, galt nur im Saalfraͤnkiſchen Reiche; nachher in den Fraͤnkiſchen Colonien, nie aber im Koͤnigreiche Burgund.
Die Ripuariſchen Geſetze ⁵) ſind zwiſchen 511— 534 vom Koͤnig Theoderich von Auſtraſien aufgeſetzt, und unter Dagoberts Regierung von einem gewiſſen Claudio Chadoin, Domagno und Agillolfo revidirt. Dieſen liegt das Saliſche Geſetz zum Grunde; doch enthaͤlt es mehr Römiſches Recht, und haͤrtere Beſtimmungen als jenes.
Die Geſetze der Frieſen, welche 738 der Fraͤnkiſchen Monarchie unterworfen wurden, ſind wahrſcheinlich aus der erſten Haͤlfte des 7ten Jahrhunderts; denn die Macht der Könige iſt in ihnen ſehr be⸗ ſchraͤnkt, und das Heidenthum erſcheint in ihnen noch neben dem Chri⸗ ſtenthume. Sie haben Zuſätze von Ulemar und Saxmund, zweyen Rechtsgelehrten, erhalten*). Um gleiche Zeit entſtanden die Geſetze der Sachſen(Ewa Saxonum), die unter Karl dem Großen unter
Fraͤnkiſche Hobeit kamen).
Das Burgundiſche Geſetzbuch*)(Lex Gundobada, Loi Gombette) iſt vom Koͤnig Gundobald, ums Jahr 486 verfaßt, und um ʒoꝛ revidirt. Es enchalt ſehr viel Roͤmiſches Recht.
Die Alemanniſchen Geſetze 10) wurden wahrſcheinlich vom
König Theoderich von uſtraſien zwiſchen 511 und 534 auf der Cata⸗
jauniſchen Reichsverſammlung aufgezeichnet, und von Childebert und Chlo⸗


