548 Gewährleiſtung bei einigen Arten von Hausthieren.
b. mit vierzehntägiger Gewährzeit.
2. Sit ngenſucht. Unter dieſer Benennung begreift man ein lang⸗ wieriges(chroniſches) Leiden, das in manchfachen krankhaften Veränderungen der Lungen begründet iſt. leicht die Lungenſucht, wenn ſolche ausgebildet im höheren Grade vorhanden iſt, durch beſchwerliches Athmen, Huſten, Abmagerung, Eiterausfluß aus der Naſe des Thiers, zu erkennen iſt, ſo ſchwierig iſt oft das Uebel in ſeinem Anfang zu entdecken, und oft iſt es nur durch die Sectionserſcheinungen mit Gewißheit nachzuweiſen. Die gewöhnlichen krankhaften Veränderungen der Lungen, welche die Lungenſucht zur Folge haben, beſtehen:
1. in knotenartigen Verhärtungen(Tuberkeln), die von verſchiedener Größe und großer Zahl in dem Gewebe der Lungen zerſtreut gefunden werden;
2 in leberartiger Verhärtung eines Theils der Lungenſubſtanz;
3. in Eiterknoten und Eiterſäcken;
4. in allgemeiner(profuſer) Vereiterung(Verjauchung) eines Theils der Lungen.
Die Entwicklung und der Verlauf der Lungenſucht geſchieht oft äußerſt langſam und ſchleichend, und läßt ſich oft nur durch ein zeit⸗ weiſes Hüſteln vermuthen, beſonders iſt dies bei Melkvieh der Fall, das ohne dies ſehr dazu geneigt iſt, und bei welchem das Uebel um ſo ſchwieriger anfangs zu entdecken iſt, als milchreiche Kühe gewöhnlich mager ſind. Zu richtiger Beurtheilung iſt aber erforderlich, daß bei Sectionen ſolcher Thiere auf die dem Tode vorangegangenen Erſchei⸗ nungen Rückſicht genommen werde, da auch eine den Tod veranlaſſende, entzündlich fieberhafte(kute) Krankheit, Eiterung und Verhärtung, Waſſerergießung u. dergl. unmittelbar zur Folge haben kann.
c. mit achtundzwanzigtägiger Gewährzeit.
3. Fallende Sucht. Die Zufälle dieſes, beim Rindvieh häufiger als beim Pferd vorkommenden Uebels unterſcheiden ſich nicht weſentlich von denen, welche beim Pferde wahrgenommen werden(ſiehe oben).
4. Perlſucht. Ein langwieriges Leiden, das vorzugsweiſe bei den Kühen, zuweilen auch bei den männlichen Thieren des Rinds vorkommt, beim Leben des Thiers aber durch kein Merkmal ſicher zu erkennen iſt. Im Anfang des Uebels nimmt man oft noch längere Zeit bei noch guter Ernährung nur theilweiſe einen kurzen trockenen Huſten wahr. Die davon befallenen Kühe verlangen häufiger als gewöhnlich den Zucht⸗ farren, ohne übrigens aufzunehmen. Bei längerer Dauer tritt allmälig neben verminderter Milchabſonderung Abmagerung ein.
Bei Eröffnung der daran leidenden Thiere findet man die ſoge⸗ nannten Perlen hauptſächlich an den ſeröſen Häuten: Bruſtfell, Bauch— fell, Netz, Gekröſe, ſowie an den Ueberzügen der Lungen, des Herzens, der Leber, von der Größe eines Hirſekorns bis zu der einer Erbſe, einzeln
ſtehend, gehäuft oder auch traubenförmig beiſammenſitzend, manchmal mit
einem gemeinſchaftlichen Stiel verſehen von fleiſchig⸗warzenartiger Be⸗ ſchaffenheit, grau, röthlichgelb oder bräunlich ausſehend und von verſchie⸗ dener Feſtigkeit.


