Gewährleiſtung bei einigen Arten von Hausthieren. 545
Als weſentliches Merkmal des Rotzes ſind die Geſchwüre zu betrachten; ſie ſind aber, wenn ſie ſich im obern Theile der Naſenhöhle, in den Nebenhöhlen derſelben, oder im Kehlkopfe und in der Luftröhre befinden, beim Leben des Thieres nicht immer wahrnehmbar.
Die weſentlichen krankhaften Veränderungen, welche ſich bei der Sektion rotzkranker Pferde ergeben, ſind: die erwähnten Geſchwüre mit ihren manchfachen Zerſtörungen und Entartungen, beſonders der Schleim⸗ haut, der Naſen- und Nebenhöhlen, welch letztere nicht ſelten Eiter ent⸗ halten, der knörplichen Naſenſcheidewand, des Siebbeins, der Düttenbeine. Neben dieſen Geſchwüren nimmt man auch auf der Naſenſchleimhaut ſternförmige Geſchwürnarben wahr. Das ganze Gewebe der Lungen findet man mit Knötchen(Tuberkeln) gewöhnlich von der Größe eines Hirſekorns bis zu der einer Erbſe durchſäet. Die vergrößerten Lymph⸗ drüſen im Kehlgang zeigen beim Durchſchneiden eine feſte, ſpeckartige (tuberkuloſe) Beſchaffenheit. Es ergibt ſich hiernach, daß der Rotz nicht immer beim Leben des Thieres mit Sicherheit nachgewieſen werden, und dann nur die Section völlige Gewißheit gewähren kann.
4. Hautwurm. Der Hautwurm kommt nach Urſprung und Weſen mit dem Rotz überein und unterſcheidet ſich von letzterem dadurch, daß er ſeinen Sitz in der Haut hat. Sehr häufig geſellt ſich zum Hautwurm der Rotz, und nicht ſelten wird durch den Rotz in Folge von Mittheilung der Hautwurm erzeugt. Die charakteriſtiſchen Erſcheinungen deſſelben ſind: die an verſchiedenen Stellen des Körpers ſich bildenden beulenartigen Geſchwülſte von der Größe einer Bohne bis zu der einer Baumnuß, einzeln ſtehend oder durch ſtrangartige Verhärtungen mit einander verbunden. Anfangs erſcheinen ſie hart und wenig empfindlich, erweichen allmälig, brechen auf, entleeren einen dünnflüſſigen, mißfarbigen, zähen Eiter, und verwandeln ſich in ein unreines Geſchwür mit ſpeckigem Grund und auf⸗ geworfenen harten Rändern. Der Sitz des Uebels iſt vorzugsweiſe an den Lippen, an den Seitentheilen des Halſes, an den Hinterſchenkeln und zu beiden Seiten der Bauchwandung.
5. Dämpfigkeit. Ein langwieriges fieberloſes Leiden der Ath⸗ mungsorgane, beſtehend in einem vermehrten und erſchwerten Athmen, das während der Ruhe des Pferdes zeitweiſe nur in geringem Grade wahr⸗ nehmbar iſt, bei etwas ſchneller und andauernder Bewegung aber ſich bis zu Erſtickungszufällen ſteigern kann. Gewöhnlich iſt damit ein, jedoch nur zeitweiſe hörbarer, kurz abgeſtoßener dumpfer Huſten verbunden. Das Eigenthümliche des Athmens dämpfiger Pferde liegt beſonders darin, daß das Einathmen mit ſichtlicher Erhebung des ganzen Bruſtkorbs geſchieht, das Ausathmen aber ſtoßweiſe, nicht ſelten in zwei Abſätzen erfolgt, wo⸗ bei ſich längs der falſchen Rippen eine rinnenartige Vertiefung(Dampf⸗ ſchnur) wahrnehmen läßt.
Eine beſondere Art der Dämpfigkeit iſt der pfeifende Dampf(Hart⸗ ſchnaufen); das Athmen des daran leidenden Pferdes geſchieht im Stande der Ruhe ziemlich regelmäßig; nur wenn daſſelbe in Bewegung geſetzt wird, ſtellt ſich ein beſchleunigtes erſchwertes Athmen ein, womit ein eigenthümliches pfeifendes Geräuſch verbunden iſt, hervorgebracht durch irgend ein Hinderniß in den Luftwegen.
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