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Das badische Landrecht in seiner jetzigen Geltung annotirt nach Reichs- und Landesgesetzen, Verordnungen und Parallelstellen / von K. Kah, Großh. Bad. Oberamtsrichter in Heidelberg
Entstehung
Seite
27
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Erſtes Buch.

Von den Perſonen.

Erſter Fitel. Von dem Genuß und Verluſt der bürgerlichen Rechte.

Erſtes Kapitel.

Von dem Genuß d

der bürgerlichen Rechte.

7. Die Ausübung der bürgerlichen Rechte iſt von der Eigenſchaft

eines Staatsbürgers unabhängig.

Letztere erwirbt und behält man nur

nach den Vorſchriften der Staatsgrundgeſetze. 8. Jeder Inländer ſoll der bürgerlichen Rechte genießen.

Erſtes und zweites Kapitel (L. R. S. 721). Reichsverfaſſung Art. 37. Für ganz

Deutſchland beſteht ein gemeinſames In⸗ digenat mit der Wirkung, daß der An⸗ gehörige(Unterthan, Staatsbürger) eines jeden Bundesſtaates in jedem anderen Bundesſtaate als Inländer zu behandeln und demgemäß zum feſten Wohnſitze, zum Gewerbebetriebe, zu öffentlichen Aemtern, zur Erwerbung von Grundſtücken, zur Erlangung des Staatsbürgerrechts u. zum Genuſſe e aller ſonſtigenbürger⸗ lichen Rechte unter denſelben Voraus⸗ ſetzungen, wie der Inländer zuzulaſſen, auch esun desRechts⸗ ſchutzes demſelben gleich zu behandeln iſt.

Art. 4. Der Beaufſichtigung Seitens des Reiches und der Geſetzgebung des⸗ ſelben unterliegen die nachſtehenden An⸗ gelegenheiten.

1) die Beſtimmungen über Freizügigteit Heimaths⸗ und ei tniſſe, Staatsbürgerrecht.

Vergl. L. R. S. 102

*Dieſelbe trat mii dem 1. Jan. 1874 auch in

Elſaß⸗Lothringen in Wirkſamkeit. Geſetzblatt für Elſaß⸗Lothringen 1873 Nr. 15.

Vſie Staatsgrundgeſetze.

Reichsgefetz vom 1. Juni 1870 über die Erwerbung und den Verluſt der Bundes⸗ und Staatsangehörigkeit.(An⸗ hang).**

Staatsvertrag mit den Vereinigten Staaten von Nordamerika v. 19. Juli 1868(R B. 1869 S. 579) wegen Re⸗ gelung der Staatsbürgerrechte der Aus⸗ gewanderten betr.

8. Reichsgeſetz v 3. Juli 1869(Geſ. u. V. O. Bl. 1870 Zuſammenſtellung der Bundesgeſetze S. 128) die Gleich⸗ berechtigung der Confeſſionen in bürgerl. und ſtaatsbürgerl. Beziehung betr.

Einziger Artikel. Alle noch beſtehenden, aus der Verſchiedenheit des religiöſen Bekenntniſſes hergeleiteten Beſchränkungen der bürgerlichen und ſtaatsbürgerlichen Rechte werden hierdurch aufgehoben. Ji beſondere ſoll die Befähigung zur Theil⸗ nahme an der Cemeinde⸗ und Landes⸗ vertretung und zur Bekleidung öffentlicher Aemter vom religiöſen Bekenntniß unab⸗

** Wurde durch Geſetz v. 8. Jan. 1873 auch in

Elſaß⸗Lothringen Geſcßblatt für Elſaß⸗ Lothringen 1873 Nr. 1.