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Das badische Landrecht in seiner jetzigen Geltung annotirt nach Reichs- und Landesgesetzen, Verordnungen und Parallelstellen / von K. Kah, Großh. Bad. Oberamtsrichter in Heidelberg
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I. Einführungs⸗Edikt.

XVI. Von dem XIX. Tit. des III. Buches über Vergantungen wird die Kraft ebenfalls bis auf den erſten Jenner 1810 aufgeſchoben, ſo daß alle Gantproceſſe, die bis dahin ausbrechen, noch lediglich nach bisherigen Formen und Vorzugsrechten erledigt werden ſollen, damit in⸗ zwiſchen erſt über dieſe ganz neue Art ihrer Verhandlung die Richter ſelbſt ſich ſattſam zurecht finden, und die Gläubiger, welche etwa bei der neuen Vorzugsordnung die vorige Sicherheit nicht mehr hätten, in Zeiten noch um eine, dem jetzigen Landrecht gemäße Sicherheit ſich bewerben

können.

XVII. Von dem Tag an, da dieſes Geſetzbuch im Ganzen oder in ausgenommenen einzelnen Materien in Verbindlichkeit übergeht, iſt damit

im Ganzen, auch nachmals in ſolchen einzelnen Materien, die geſetzliche Kraft des römiſchen und kanoniſchen Geſetzbuches, die Kraft aller Land 1300 und Stadtrechte und aller Rechtsgewohnheiten, für bürgerliche Rechts⸗ ſachen aufgehoben, ſo daß ſolche darin durchaus nicht weiter zur Richt⸗ ſchnur noch zur Grundlage von gerichtlichen Verhandlungen dienen, und nur jener Gebrauch von einigen derſelben noch Statt finden mag, den

die Zuſätze dieſes Landrechts 4 b und 6 d und e bezeichnen.

Was jedoch

die Wirkung der älteren Geſetze über kirchliche, peinliche oder polizeiliche Verhältniſſe trifft, ſo bleibt dieſe hierdurch unberührt, und deren Kraft

ohne Weiteres unvermindert.

Sodann

XVIII. Unſere Conſtitutions-Edikte bleiben, auch ſoweit ſie auf Gegenſtände des bürgerlichen Rechts Bezug haben, in ihrer vollen unverminderten Kraft, nur daß die Art ihrer Anwendung in jenen bürger⸗ lichen Beziehungen ſo geſchehen muß, wie es dieſe landrechtliche Geſetz⸗ gebung geſtattet, und nicht zum Nachtheil einer beſtimmt und durch ſich allein entſcheidenden Verfügung derſelben in Anwendung kommen kann, ſowie auch jene in dieſem Landrecht namentlich angezogenen älteren Landesgeſetze, als die Eheordnung und Eidesordnung oder jene Parti⸗ kulargeſetze, deren Verfügung im Weſentlichen in das Landrecht über⸗ tragen iſt, wie z. B. die Beiſtandsſchafts⸗, Loſungs⸗ und Vortheilrechts⸗

E E. 6 3.

XVIII.Conſtitutionsedikte die das bürgerliche Recht Aenderungen ſind zu den einzelnen L. R. S. angegeben.

Aeltere Landesgeſetze 2c d. Vortheilsordnung: L. R. S. 827c.

Aufgehoben:

a) d. Eidesordn.: Geſ. v 1848 R. B. Nr. 81

b) d. Beiſtandſchaftsordnung: Geſ. v. 28. Auguſt 1835, R. B. Nr. 38 vergl.

20. Dez.

betreffenden

Satz 515 a

c) d. Loſungsordnung: Geſ. v. 21. Juli 1839, R. B. Nr 23 vergl. Satz 1701 aa.

d) die Eheordnung v. 15. Juli 1807 (ſ. L. R. S. 311a) und damit auch dieſer § XVIII., inſoweit er ſich auf dieſe Eheordnung bezieht:§ 101 d. Geſ. vom 21. Dez. 1869, die Veurkundungen des bürgerl Standes u. d. Förmlichkeiten bei Schließung der Ehen betr.(Geſ. u. V. O. Bl. 1869 Nr. 40).