Abſchlie⸗ ſung der Ehe.
Ort derſel⸗ ben.
Zeit der⸗ ſelben.
in deſſen Bezirk die Ehe abgeſchloſſen werden ſoll, wird ihm hieruͤber das ſicherſte Zeugniß geben.
Sind beide, oder, im Falle der Dispenſation, ein Aufgebot gehorig geſchehen, und dagegen keine Einſpruͤche eingelegt, oder die wirklich eingelegten wieder aufgehoben worden, ſo kann nun, mit Beobachtung der weiter vorgeſchriebenen Foͤrmlich⸗ keiten, die⸗Ab ſchlieſung der Ehe vorgenommen werden. — Pieſe Foͤrmlichkeiten aber betreffen theils den Ort, wo die Heirath abgeſchloſſen werden muß, theils die Zeit, zu welcher es geſchehen kann, theils die Vorlegung der dabey erforderlichen Urkunden, theils endlich die Art und Weiſe, wie die Abſchlieſung ſelbſt bewirkt wird.
So viel den Ort betrifft, muß dazu der Wohnort eines der Verlobten gewaͤhlt werden †), welche Wahl von dieſen lediglich abhaͤngt e). Unter dem Wohnorte wird aber hier derjenige Ort verſtanden, an welchem man ſich ſechs Monate lang aufgehalten hat b), iſt dies der gegenwaͤrtige nicht, ſo muß dazu der vorherige gewaͤhlt werden.
Die Zeit kommt hier hauptſaͤchlich in Beziehung auf die Aufgebote in Vetracht, indem es nothwendig iſt, daß zur
1) N. Geſetzbuſch. Art. 165.
8) Inſtruction S. 23. Sollte jedoch der Vater eines der Verlobten ſelbſt Beamter des Civilſtendes an dem Orte, den ſie waͤhlen, ſeyn, ſo muß derſelbe durch einen andern ſeine Stelle vertreten laſſen, haupt⸗ ſächlich auch aus dem Grunde, weil, wenn etwa einer der Verlobten von ſeinem Vater zur Heirath gezwungen wäre, er nur in dem Be⸗ amten des Civilſtandes, der alſo nicht ſelbſt dieſer Vater ſeyn darf, Schutz finden kann: Guide p. 80. 82. 86.
n) N. Geſetzbuch Art. 74.(Anh. N. IV) Eine beſtimmte haͤusliche Niederlaſſung iſt nicht erforderlich, und daher die obige Vorſchriſt auch auf Dienſtboten anwendbar.


