Gebnrtsſcheine oder ſonſtigen Urkunden einzuſehen; nur die Schwaͤgerſchaft laͤßt ſich hieraus nicht abnehmen, ſo fern alſo der Beamte daruͤber ungewiß iſt, muß er auf andere Weiſe, namentlich durch Einforderung des Heirathsſcheins des ſchon verheirathet geweſenen Ehegatten, ſich Ueberzeugung ver⸗ ſchaffen.
Iſt auch dieſes alles gehoͤrig gewahrt, ſo kommt es nun Purrize ... Eh e zur dritten Frage: ob nemlich einer der kuͤnftigen Ehegatten Braut⸗ vorher ſchon verheirathet geweſen iſt? Dieſe Frage leute.
hat in mehrfacher Hinſicht ein ſehr großes Intereſſe:
Ward nemlich eine vorherige Ehe durch den Dod des DerenAuf⸗
des Mannes aufgeldͤst, ſo darf die Frau nicht eher, als zehn Monate nach dieſem Todesfalle ſich wieder verheirathen Tod. D. Der Beamte des Civil⸗Standes muß ſich alſo in einem ſolchen Falle den Todesſchein vorlegen laſſen, um zu beur⸗ theilen, ob die 10 Monate wirklich ganz verfloſſen ſind, in⸗ dem unter keinem Vorwande ein Nachlaß geſtattet werden darf m).
Ward ſie hingegen durch Scheidung aufgehoben, Durch ſo kommt es auf folgende verſchiedenen Ruͤckſichten an: 1. wenn die Ehe wegen einer beſtimmten Urſache, d. h. jeder andern als wechſelſeitiger Einwilligung, getrennt wurde, ſo muß die geſchiedene Ehefrau eben ſo, wie wenn deren Ehe⸗ mann verſtorben iſt, zehn volle Monate warten n); 2 er⸗ folgte die Scheidung wegen gegenſeitiger Einwilligung, ſo
0 N. Geſetzbuch. Art. 228. m) Guide p. 85. not. 1. Jurisprudence. Vol. VI. p. 438. n) N. Geſetzbuch. Art. 296. Inſtruction. S. 33.


