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Bürgerliches Gesetzbuch der Franzosen / Uebersetzt von P. F. Cremer, Regierungscommissaire bei dem Civilgerichte des Crevelder Bezirks
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Vergleich einzugehn, und uͤber die Ausſicht und Wahrſcheinlichkeit, die er hat, einen Rechts⸗ handel, den er ſelbſt anhebt, oder der gegen ihn erhoben wird, zu gewinnen oder zu verlie⸗ ren. Kurz, es giebt faſt keine Angelegenheit, faſt kein Verhaͤltnis im menſchlichen Leben, worin eine, ſelbſt oberflaͤchliche Kenntnis der Geſetze ſeines Landes nicht die ſicherſte, zuver⸗ laͤſſigſte, und zugleich wohlfeilſte Leiterinn waͤre.

Und wer wollte dieſe erkaufen, wenn er ſie ſich ſelbſt auf eine unſchwere Art erwerben kann? Wem vertraut man lieber ſeine theuer⸗ ſten Angelegenheiten an, als ſeiner eigenen Ueberzeugung? Hier ſpricht nicht Patriotismus allein, hier ſpricht Klugheit und eigener Vor⸗ teil. Letztere moͤgen es immer erfordern, daß man auch andere ſachkundige Menſchen um Rath frage; die Faͤlle moͤgen ſelbſt manchmal ſo ſon⸗ derbar und ſo verwirrt ſeyn, daß die Einho⸗ lung eines fremden Rathes durchaus nothwen⸗ dig wird; immer bleibt es wahr, daß der ver⸗ nuͤnftige Mann vermoͤge einiger Geſetzkenntniſſe ſich gewoͤhnlich ſelbſt rathen koͤnne. Und dies iſt um ſo gewiſſer, da die in unſerm Geſetzbu⸗ che enthaltenen Hauptverfuͤgungen wenigſtens deutlich genug ſind, um jede Erklaͤrung entbeh⸗ ren zu koͤnnen, in ſo weit jemand die Uirſchrift