Genuß und Beraubung der Civil⸗Rechte. 9
machen, wozu ſein natürlicher Tod Anlaß gege⸗ ben hätte.(1)
26. Die contradictoriſchen(4) Verurtheilun⸗ gen ziehen den Civil-Tod nur von dem Tage an nach ſich, wo ſie an der Perſon oder an derenBild⸗ niß vollzogen werden.
27. Die Contumacial-Verurtheilungen be⸗ wirken den Civil-Tod erſt nach den fünf Jah⸗ ren die auf die Vollziehung desUrtheils am Bild⸗ niß folgen. Während dieſer Friſt kann der Ver⸗ urtheilte ſich ſtellen.
28. Der verurtheilte Contumax iſt während der fünf Jahre, oder bis er ſich in dieſer Zwi⸗ ſchenzeit ſtellt, oder ergriffen und eingeſetzt wird, ſeiner Civil-Rechte beraubt.
Seine Güter werden verpaltet, ſeine Rechte hetrieben, wie es bey den Abweſenden derFall iſt.
29. Wenn der Contumax ſich innerhalb der fünf Jahre, vom Tage der Vollziehung des Ur⸗ theils an gerechnet, freywillig ſtellt oder in die— ſer Zeitfriſt ergriffen und eingeſetzt wird, ſo iſt das Urtheil von rechtswegen vernichtet; der An⸗ geklagte wird in den Beſitz ſeiner Güter geſetzt; aufs neue gerichtet; und wenn er durch den neuen Urtheilſpruch zur nämlichen Strafe oder
(1) In den Art. 227, 617, 1441, 1462 u. 1032 iſt auch die Rede von den Wirkungen des Eivil-Todes.
() Contradictoriſch nennt man diejenigen ge⸗ richtlichen Verhandlungen, bey welchen beide Par— thehen erſchienen ſindz z. B. ein contradictoriſches Zeu⸗ genverhdr.


