Teil eines Werkes 
Viertes Stück (1808)
Entstehung
Seite
397
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wie bisher, als eine Verſorgungsanſtalt fuͤr abgelebte

Jungfern, oder als eine retraite fuͤr Koketterie und

Ausſchweifung zu betrachten, oder endlich zu glauben,

daß es vom Tage der Hochzeit an erlaubt ſei, ſich zu

tragen und zu benehmen, wie es ihnen in den Kopf kommt. Der Gedanke an die Concubine, die etwa hart an der maiſon commune zu wohnen kommen koͤnnte 1 wird ſie ſchon in Ordnung halten.

15.

Bie iſt der Zinsfuß nach der euen franiöfiſchen

Geſetzgebung beſchaffen?

(Mit beſonderer Anwendung auf das Koͤnig⸗ reich Weſtphalen.)

Carl der Große hatte in ſeinen Capitularien die Zinſen durchaus verboten. Die Ordonnanzen von dem heiligen Ludwig und Philipp dem Schoͤnen erneuerten

dieſes Verbot. Der Artikel 202 der Ordonnanz von

Blois iſt gleichfalls in dieſem Geiſte abgefaßt. Nichts deſto weniger war das Leihen auf Zinſen ſo allgemein geworden, daß Heinrich IV fuͤr noͤthig fand, es noch⸗

mals geſetzlich zu unterſagen. Durch die Declaratio⸗

nen vom 17ten Februar 1605 und 14ten Maͤrz 1606

verbot er das Leihen auf Zinſen fuͤr die Zukunft ganz und bei namhafter Strafe. Mehrere Staͤdte und gan⸗ ze Provinzen wußten aber in der Folge dagegen Privi⸗ legien zu erhalten; indeß blieb doch das Verbot der Zin⸗ ſen gemeines Recht in Frankreich. Das Geſetz vom

2ten Oktober 1789 derogirte endlich dieſem Verbote

dadurch, daß es allgemein auf Zinſen zu leihen erlaub⸗ te, wenn nur der geſetzliche Zinsfuß dabei nicht uͤber⸗

ſchritten wuͤrde.

Der Zinsfuß. auf welchen ſich dieſes Geſet bezieht,

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