Teil eines Werkes 
Viertes Stück (1808)
Entstehung
Seite
388
Einzelbild herunterladen

388

4 1 ——-—

Nun fragt es ſch aber: Entſpringt denn doch nicht aus einem gebrochenen Verl dniß die Verbindlich⸗

keit zum Schadenserſatz?

Der Artikel 1382 des Code verurtheilt jeden, der dem andern ungerechter Weiſe einen Schaden zugefuͤgt

hat, zum Erſatz deſſelben.

Auf den Grund dieſes Artikels faͤngt ſch chi in Frank⸗ reich die folgende Praxis zu bilden an. Es laͤßt ſich gegen das Verloͤbniß einwenden, daß es an ſich unguͤl⸗ tig ſei, z. B., daß es ohne die Einwilligung oder Re⸗

quiſition der Eltern abgeſchloſſen worden, oder nicht.

Im erſtern Falle findet gar keine Entſchaͤdigungsklage Statt. Im letztern, und wenn ſich gegen die Guͤltig⸗ keit des Verloͤbniſſes an ſich nichts einwenden laͤßt,

wird zwar die Entſchaͤdigungsklage zugelaſſen, aber aandege bahra fm.. ft w n i b ſcar

nur in ſo fern, als die Verlobte de damno vitando, (z. B. ſie hat ſchon Vorbereitungen zur Hochzeit ge⸗ macht, Kleider, Juwelen ꝛc. gekauft nicht aber, in ſo fern ſie de lucro captando,(d. i., eine Summe Gepes fuͤr den Abſtand haben will„) ſtreitet.*) Dieſe Praxis ſcheint ganz mit dem Geiſte der neuen Geſesgebung uͤberein zu ſtimmen. Denn auf ein Ab⸗

ſtandsgeld wuͤrde die Verlobte nur unter der Voraus⸗ ſetzung klagen koͤnnen, wenn ſie aus dem Verloͤbniß ſelbſt

auf Vollziehung der Ehe zu klagen berechtigt ware. Aber auf Erſtattung des ihr verurſachten Schadens kann ſie ohnedies auch ſchon propter dolum et iniu- ſtitiam des andern Theils antragen.

Es giebt indeß auch franzoſiſche Juriſten, valche

behaupten, daß eine hintergangene Verlobte auch eine eigentliche Enrſchaͤdigungsſumme zu fordern berechtigt ſei. Wenn das Geſetz(ſagen ſie) auch der Verlob⸗

ten das droit d' oppoſit irion und das Recht, auf Voll⸗

—

4) Jenenes A cod⸗ ervil, Tom. V part. pa, 9 ſag.

8 Mkalb in rün

md 2 c nnterdin iiß met

im ale daſſ fn u I iih

l

a nuiche Hni him um ft vürdei hmnmen.

A fumüt

e ſi

Letztts 1

t 4 od,