Teil eines Werkes 
Viertes Stück (1808)
Entstehung
Seite
308
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Reichthums ſicher zu ſtellen. Eine ſolche Vertheilung

ließ ſich nur mittelſt Erſtickung aller Gefuͤhle jener Zu⸗

neigung machen, die die erſte Baſis einer gerechten Theilung des Vermoͤgens unter die Kinder ausmacht. Keinen groͤßern Fehler kann es wohl in einer Familie geben, als wenn man alle ihre Mitglieder darben aͤßt, um nur einem allein ein großes Daſeyn zu verſchaffen, wenn man diejenigen, die die Natur ſich einander gleich gemacht hat, noͤthigt, Huͤlfe und Wohlthaͤtig⸗ keit von dem Beſitzer eines Vermoͤgens zu erflehen, das gemeinſchaftlich ſeyn ſollte; ohnehin floͤßt Ueber⸗ fluß hauptſaͤchlich dann, wenn ſeine Quelle unrein iſt, ſehr ſelten Gefuͤhle fuͤr Wohlthaͤtigkeit und Billig⸗ keit ein. e

So weik Bigot de Preameneu. Wuͤrde man nach dieſen Aeußerungen, und nach dem, was das franzoͤſiſche Gouvernement uͤberall in den oͤffentlichen

Verhandlungen uͤber das Geſetz niedergelegt hat, nicht wirkuch ganz den Geiſt des Geſetzes uͤberſehen, wenn

man behaupten wollte, das ſo genannte Reichhelmſche

Fideicommiß muͤſſe aufgehoben werden? Wo werden hier einzelne Mitglieder der Familie dadurch berei⸗

chert? Wo iſt hier ein einzelner Uſufructuar des Gan⸗ zen? Woſ erſcheinen hier die uͤbrigen Glieder der Fa⸗ milie als Schlachtopfer? Es iſt eine wohlthaͤtige Fundation zum Beſten der geſammten Jugend der Reichhelmſchen Familie, keiner der urſpruͤnglich Subſti⸗ tuirten, keiner ihrer Nachfolger bekommt die Stif⸗ tungsguͤter in die Haͤnde, und genießt ſie; die Sub⸗ ſtituirten ſind blos die Stammhalter die Lehnstraͤ⸗ ger der Fundation; der Teſtator hat fuͤr die Fun⸗ dation ja eine beſondere Adminiſtration angeordnet. Wanhr iſt es freilich, daß das Reichhelmſche Vermoͤgen dem Verkehr entzogen wird. Allein das iſt ja nur ein ſecundarer Grund des Geſetzes, welches die Subſtitu⸗