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en franzoͤſiſchen Geſetzgebung angenommen iſt, daß
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naͤmlich die Geſetze immer nur die Regel enthalten duͤr⸗
fen, und die Ausnahme ſich von ſelbſt finde. Freilich moͤchten nun wohl die Faͤlle, wo Teſtamente nicht im ei⸗ gentlichen Sinne dictirt werden koͤnnen, zu den ge⸗
woͤhnlichen, die entgegen geſetzten Faͤlle aber zu den ungewoͤhnlichen gehoren; allein dies thut nichts zur
Sache, indem es nur beweiſt, daß die Geſetzgeber
bier aus guten Gruͤnden von dem ihnen ſonſt auch eis
genen Princip, daß ein Geſetz nur uͤber gewoͤhnliche Faͤlle entſcheide, die ungewoͤhnlichen aber der eig⸗ nen Beurtheilung des Richters und der Jurispruden- ce uͤberlaſſen muͤſſe, abweichen wollen. So eine Ab⸗ weichung iſt aber auch wirklich nicht einmal vorhanden, indem hier nur die Form eines Geſchaͤfts zu beſtimmen, nicht uͤber Rechte und Verbindlichkeiten abzuſprechen war, und bei dem letztern Falle das gedachte Princip doch nur eigentlich zur Anwendung kommen kann.
Daſſelbe Princip, welches bei den Hauptbeſtimmun⸗
18, gen des Artikels zum Grunde liegt, liegt auch bei dem
Nachſatze deſſelben, daß das Teſtament dem Teſtirer
zum Durchleſen gegeben werden ſoll, zum Grunde.
Auch hier redet das Geſetz blos von der Regel. Denn ſonſt wuͤrden Leute, die keine geſchriebene Schrift leſen koͤnnen, gar kein Teſtament par acte public machen koͤnnen, und dieſe Art, Teſtamente zu errichten, w ur⸗
de ihnen doch nur allein uͤbrig bleiben, da einer, der
des Schreibens und Leſens unerfahren iſt, weder ein
teltament olographe noch ein teltament myſtique
machen kann. Wer geſchriebene Schrift nicht leſen, und alſo auch das von dem Notar aufgeſetzte Teſtament
nicht ſelbſt leſen kann, dem muß es vorgeleſen und von
ihm genehmigt werden. Daß der Notar nichts anderes
binein ſchreibe, als was der Deſtirer erklaͤrt hat, dar⸗
auf muͤſſen die Zeugen Achtung geben.


