Teil eines Werkes 
Viertes Stück (1808)
Entstehung
Seite
297
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niederm Stande werde daher ungewiſſer werden, wenn,

niedergeſchrieben werden ſolle, wie er ihn ausſpreche, als wenn der Notar ihn nur auffaßte und ordentlich aus⸗

druckte. Der Notar muͤßte ja ohnehin ſo einem Men⸗

ſchen einhelfen, und alſo doch bei der Erklaͤrung des letzten Willens concurriren. Man koͤnne alſo durch⸗

aus nicht annehmen, daß die Geſetzgeber das dicter

und das écrire tel qw'il eſt dicté ſo ganz woͤrtlich genommen wiſſen wollen; es muͤßten hier vielmehr Modificationen eintreten. Die zweite Meinung uͤber den Sinn des Geſetzes gehe freilich zu weit, aber die erſte uͤberſchreite doch auch die Schranken. Wir halten dieſe Einwuͤrfe fuͤr ſo wichtig, daß

zwir uns durch ſie zu einer aus beiden Meinungen zu⸗

ſammen geſetzten Geſetzerklaͤrung beſtimmen laſſen, und zwar auf dieſe Weiſe: 1. Der Deſtator iſt ein Mann von ſolcher Bildung, daß er dem Notar ſeinen

letzten Willen ordentlich in die Feder dietiren kann.

Hier muß das Deſtament im eigentlichen Sinne dictirt, und von dem Notar, wie es dictirt worden, niederge⸗

ſchrieben werden. 2. Der Teſtator gehoͤrt zu der nie⸗ dern Claſſe, und hat die gedachte Bildung nicht. Hier bleibt dem Notar nichts uͤbrig, als ſich einzelne Dispo⸗

ſitionen vorſagen zu laſſen und ſolche ſofort niederzu⸗

ſchreiben, wobei er ſchuldig iſt, ſich, ſo viel es moͤglich iſt, der eignen Worte des Teſtirers zu bedienen. Das

Geſetz will für dieſen Fall nur die moͤglichſte Einfach⸗

heit, und ſoll der Notar nicht die Verfuͤgungen des Teſtirers in einem ihm gefaͤlligen Zuſammenhange und

mit ſelbſtgewoͤhlten Worten niederſchreiben, und dem Teſtamente eine gekuͤnſtelte Einkleidung geben. 8 Die Sprache, worin der Teſtirer disyonirt, muß beibehalten werden. 1 Uuinſere Erklaͤrung wird hauptſaͤchlich durch das Princip gerechtfertigt, welches durchgoͤngig in der neu⸗

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