—
386 ——— 4 letztern kommt die alte und neue Ger ſetzgebunz zur Anwendung) in ſo fern beide Geſetzgebungen compatibel ſind. Im Falle der Incompatibilitaͤt kann blos die neue Geſetzgebung angewen⸗
8
8 der werden.
Der erſte Satz dieſer Regel ergieht ſich von ſelbſt. es iſt zu bemerken: die
In Anſehung des zweiten Satzes erken: di a Geſetzgebung kann 1) einen laͤngern, auch ei⸗ nen kuͤrzern Verjaͤhrungstermin anordnen, als die aͤlte⸗ rree. In dieſem Fall ſind beide Geſetzgebungen incom⸗ patibel. Die neuere muß hier blos zur Anwendung kommen. Denn keiner von den Intereſſenten hat ein ius quaeſitum auf den Verjaͤhrungstermin der alten Geſetzgebung. 2) Die neuere Geſetzgebung kann in Abſicht der Erforderniſſe der Verjaͤhrung andere Grundſaͤtze, wie die aͤltere haben, z. B. keine bona fides erfordern, wenn ſie die aͤltere erfordert. Hier
ſind beide Geſetzgebungen eompatibel, und koͤnnen fuͤg⸗
lich zuſammen angewendet werden. Aber, wenn ſich nun der Fall umgekehrt verhaͤlt? Hier entſteht wieder
eine Jucompatibilitaͤt, welche bewirkt, daß der Fall
ausſchließend nach der neuen Geſetzgebung beurtheilt werden muß. 6 6 111
Wir behalten uns vor, dieſe Regel in den fol⸗ genden Stuͤcken fortzuſetzen, und bemerken hier
nur noch, daß mit Hinſicht auf die franzoͤſiſche Ge⸗ ſetzgebung 1.
3. die oben Nr. 1 gegebene Regel eine Ausnahme
far ſolche Willenserklaͤrungen leiden muß, die ge⸗ geen die Verfaſſung des Staates laufen, wie das mit den fideicommiſſariſchen Dispoſitionen der
Fall iſt, welche im Code Napoléon nicht nur
fͤr zukuͤnftige aͤlle unterſagt ſind, ſondern auch
4


