Teil eines Werkes 
Drittes Stück (1808)
Entstehung
Seite
283
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re Geſete darauf nur in ſo fern an⸗ gewendet werden, als ſie dieſe Rechts⸗

mittel im Weſentlichen nicht alteri⸗

ren. In Abſicht des gerichtlichen Verfahrens bei dieſen Rechtsmitteln hingegen finden allein die neuern Geſetze Anwendung, wenn ſie nach dem Eintritt der verbindlichen Kraft derſelben gebraucht werden.

Man kann wohl den erſten Satz dieſer Regel als

unbeſtreitbar annehmen. Denn was in Abſicht der

Rechte gilt, die jemand aus vergangenen Handlungen

nach damals geltenden Geſetzen erworben hat, das muß

auch von den damit zuſammenhaͤngenden Rechtsmit⸗ teln gelten. Verweiſet etwa das neuere Geſetz nur die Klage vor einen andern Richter, ſo kann es ohle Nachtheil des Klaͤgers angewendet werden; entzieht es aber dem Rechtsmittel ſelbſt etwas von ſeinem aͤl⸗ tern Umfange, ſo wuͤrde das Recht ſelbſt dadurch alte⸗ rirt werden, wenn man es anwenden wollte.

Anders verhaͤlt es ſich mit dem gerichtlichen Ver⸗ fahren in Abſicht des zu gebrauchenden Rechtsmittels. Dies iſt eine Angelegenheit, welche mit dem Rechte und dem darauf ſich beziehenden Rechtsmittel auch gar nicht zuſammenhaͤngt, und worauf daher auch niemand ein wohlgegruͤndetes Recht erhalten kann. Neue Pro⸗

zeßvorſchriften koͤnnen nur nicht auf bereits rechts⸗

haͤngige Sachen ſo angewendet werden, daß das, was

nach den bisher guͤltigen Geſetzen bereits geſchehen waͤ⸗

re, wieder aufgehoben und vernichtet wird. Man wuͤrde aber offenbar die Grenzen des Satzes, daß neue Geſetze keine ruͤckwirkende Kraft haben ſol⸗

len, uͤberſchreiten, wenn man behaupten wollte, alle

vergangene Faͤlle muͤßten auch nach ehedem geltenden Prozeßgeſetzen beurtheilt, und muͤßte in Anſehung ih⸗