Teil eines Werkes 
Drittes Stück (1808)
Entstehung
Seite
281
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Verleze

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indirecte daraus ein Nachtheil er⸗ waͤchſt.. Daß bei Verbrechen die oͤffentliche Genugthuung nur nach den zur Zeit, wie ſie begangen wurden, be⸗ ſtehenden Geſetzen beurtheilt werden kann, folgt noth⸗ wendig, wenn angenommen wird, daß einer nur nach

den Strafgeſetzen gerichtet werden kann, welche er

kannte, als er ſie uͤbertrat. Ich habe indeß wohlbe⸗ daͤchtig die Regel auf beſtimmte Strafgeſetze einge⸗ ſchraͤnkt. Erklaͤrten die Geſetze eine Handlung nur fuͤr ſtrafbar, beſtimmten aber die Strafe nicht, ſon⸗

dern uͤberließen ſie dem arbitrio des Richters, ſo ſehe

ich nicht ein, was dieſen behindern koͤnnte, auch die in den neuern Geſetzen beſtimmt vorgeſchriebene Strafe anzuwenden. Denn da der Verbrecher das Uebel nicht kannte, welches der Uebertretung des Strafgeſetzes

folgen ſollte, ſo kann auch fuͤr ihn aus der Anwendung des neuern Strafgeſetzes kein Praͤjudiz entſtehen. In Abſicht der Privatſatisfaction ergiebt ſich auch al⸗

les von ſelbſt. Durch das Verbrechen erlangte der Verletzte ein Recht auf die Genugthuung, welche in den damals, wie das Verbrechen begangen wurde, guͤl⸗ tigen Geſetzen beſtimmt war. Dieſes Recht kann ihm wider ſeinen Willen nicht entzogen werden, und die Anwendung neuerer Geſetze, welche etwa eine geringe⸗ re Genugthuung enthielten, wuͤrde eine Verletzung ſei⸗ nes wohlerworbenen Rechts ſeyn. Enthielten ſie eine groͤßere Genugthuung, ſo wuͤrde aus der Anwendung

derſelben wieder eine Laͤſion des Verbrechers folgen,

der nicht mehr zu leiſten braucht, als was ihm derzeit guͤltige Geſetze auferlegten. Andere Geſetze, wel⸗

cche mit der oͤffentlichen ſowohl als Privatſatisfaction nichts zu ſchaffen haben, koͤnnen fuͤglich auf fruͤhere

Verbrechen angewendet werden, weil die Gruͤnde weg⸗

fallen, warum die Anwendung eines neuern Geſetzes