Teil eines Werkes 
Band 2
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des Watzmann im erſten Morgenſtrahl erglühte, und

in den Thälern und auf dem See noch ſtundenlang diente, war ihr aber ein Räthſel, welches die alte Sy⸗

Nebel und Dunkel wogten, dann ſtieg der Burſche

wieder zu ſeinem Kahn herab, und kam heim, ohne

da

1. Pen iſt kein Glück ja ohne Neid! So war einer Nachbarin des Fiſchers in Gmunden das Geheimniß der beiden Freunde bald nicht mehr verborgen; wohin der Nachbar Abends ruderte, konnte ſie freilich nicht erkunden, da er ſtets bei Zeiten wieder auf der Plän⸗ derbank vor der Thüre ſaß und emſig Löffel ſchnitzte. Im ganzen Städtchen kannte man ſie aber nicht um⸗ ſonſt als eine arge Unholde, die Allen, die ihr zuwider waren, böſe Krankheiten anhing, oder die ärgſten Stürme und Unwetter plötzlich über den See jagte.

es entſtehe, wenn Jemand zu unrech⸗

ter Stunde Nachts in den Nebel des See's gerathe. Schon einundzwanzig Tage lag der Franz krank,

als ſein Vater einmal wieder vom Berge herab kam,

dies Fieber gut:

und zu ſeinen Kindern einkehrte. Mit langem, düſte⸗ rem Schweigen betrachtete er ſeinen Sohn, dann brach er in ein bitteres, höhniſches Lachen aus.Die Alte glaubt, es ſei Niemand über ihre Bosheit, murrte er,doch ſie irrt! So viel wie auf dem Flügel einer Fliege liegen möchte, nahm er von einem weißen Pul⸗ ver, welches er ſorgfältig verſchloſſen aufbewahrte, ſtreute es auf ein Stückchen Speck, welches in ſeinem eigenen Kamin geräuchert worden war, und gab es in ſieben gleichen Portionen ſeinem Sohne zu eſſen. Von der Stunde an verließ ihn das Fieber; nur die Mat⸗ tigkeit war noch nicht gewichen, doch auch dieſe ver⸗ ſprach der Vater zu bezwingen und er hielt Wort.

Jemand wußte, wo er in der Nacht geweſen war.

Daß der Martin nicht den Abend über in ſeinem Kahn war, ſah ſie klar; wozu dann das Schiffchen ſonſt

bille die ganze Nacht nicht ſchlafen ließ. Da bannte ſie ein böſes Fieber in den Kahn, und als der Franz

am Morgen aufſtand, war er krank. In den andern

Morgen befiel ihn ein Froſt, daß ihm die Zähne im Munde klapperten, und bald nachher kam eine ebenſo heftige Hitze, daß er fürchtete, erſticken zu müſſen. Am Tage darauf war er todtmatt, und nicht im Stande, eine Treppe zu erſteigen, geſchweige einen Berg, und dann kam wieder ein Morgen mit Froſt und Hitze. Jeder, der ihn ſah, erkannte, daß dies eine von böſen Leuten gemachte Krankheit ſei, gegen die Niemand ein

Mittel wüßte; nur die alte Sybille erklärte, ſie kenne

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nes Stückchen Speck zubereitete und verſchluckte; doch hatte ſie nie geahnt, daß es ein mächtiges Zaubermit⸗ tel ſei, wie ſie es jetzt erkannte. Begreiflich theilte ſie dies dem geneſenen Franz mit, der wohl wußte, daß er nie hoffen durfte, es vom Vater ſelbſt zu er⸗ fahren, und deßhalb ſich auch keine Mühe darum gab.

Zu der Zeit war ein beſonders ſtarker Gemsbock, den man bei uns im Gebirge den ‚Gemskönig' nennt,

und der nur alle neun Jahre erſcheint, wieder von den

Lange ſchon wußte meine Schweſter, daß der Vater,

wenn er ſich zu einem weiten Marſch rüſtete, ein klei

ächten Jägern, hoch oben an der Scharten, geſehen worden. Er hatte drei Krikeln aufgeſetzt, wie es bis nach Wallis und Savoyen hinein von den älteſten Männern nie bemerkt worden war. Da mag man leicht denken, welch' ein Lärmen bei den Jägern im ganzen Gebirg entſtand. Jeder dachte, den Gemsbock zu erlegen, von deſſen Daſein alle nur gehört hatten, und den kaum Einer ſelbſt geſehen hatte. Der Apo⸗

atheker zu Salurn hatte aber bei der Theres nach En⸗

zian gefragt, und wir waren hoch oben am Eichenkopf