Teil eines Werkes 
Band 1
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Güt, entgegnete ich;Ihr ſollt, was Ihr ver⸗ loren, wieder haben. Es iſt mir nicht wohl bei die⸗ ſem Gelde.

Der Schiffer ſprang erſtaunt auf.

Ich thue es ebenſogut um meiner ſelbſt, als um Eurer willen, fuhr ich fort, ohne ihn zur Rede kom men zu laſſen, und wenn ich überzeugt ſein dirfte, daß dieſe Angſt uns Beide kurirt hat, ſo würde ich ſie als ein glückliches Ereigniß in meinem Leben betrachten.

Der gute Burſche reichte mir die Hand. Er nahm mein Erbieten an, und ich glaube, daß er Wort hielt, als er mir die Verſicherung gab, daß er nie wieder

Seit die Länder von Eiſenbahnen durchſchnitten ſind, wird die Welt immer proſaiſcher, und die Poeſie ſieht ſich am Ende genöthigt, ihren Rückzug in unzu- gängliche Schluchten und Gebirgsthäler zu nehmen. Sonſt in vergangenen Tagen hatte jeder einzelne Volks⸗

weiligen als erkältenden Gleichmachung. Die Wahr⸗

Heimath erproben, und es iſt daher als ein wirklich glücklicher Fund zu bezeichnen, wenn man hie und da

noch ein Völklein trifft, welches etwas auf ſeine alten Gewohnheiten hält und trotz allem Spott der neumo⸗

diſchen Gleichmacher nicht davon abgeht.

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Auf den Cent hinaus richtig, verſetzte der Mann.

ſpielen werde. Nachdem er das Geld zu ſich geſteckt hatte, bat er mich, das Bowienmeſſer als Andenken zu behalten, und verſprach mir, meiner ſtets mit war⸗ mem Dank eingedenk zu bleiben.

Dies iſt ſchon vor Jahren geſchehen, und ich habe ſeitdem nie wieder auch nur einen Dollar bei einem Hazardſpiel gewagt. Von meinem Freunde, dem In⸗ dianaſchiffer, glaube ich daſſelbe. Das lange, ſchwere Bowiemeſſer iſt noch in meinem Beſitz, und ich kann es nie anſehen, ohne mir zu vergegenwärtigen, wie mir die Kniee knackten, als zum erſtenmal ſeine blanke Klinge vor meinen Augen blitzte.

Ein Maiſeſt in den Vogeſen.

Eigenthümlichkeiten verſchwinden in einer ebenſo lang⸗

heit dieſes Satzes kann jeder Leſer in ſeiner eigenen

C. Kolb.

ſtamm ſeine eigenen Trachten, ſeine eigenen Sitten, ſeine eigenen Feſte; ietzt aber, ſeit das eiſerne Dampf⸗ roß über die Berge wie über die Ebenen hinwegfliegt, amalgamirt ſich die Menſchheit immer mehr und alle

Ein ſolches Völklein nun ſind die Bewohner der Vogeſen, denn ſie haben noch ihre alte Kleidung und ihre alte Weiſe zu leben beibehalten. Beſonders hart⸗ näckig hängen ſie an den von uralter Zeit hergebrach⸗ ten Feſtlichkeiten, und wer ihnen zum Beiſpiel ihren erſten Mai nehmen wollte, den würden ſie als einen Störenfried ihres Glückes auf Tod und Leben be⸗