Teil eines Werkes 
Band 2
Seite
211
Einzelbild herunterladen

und mm!

das jett eibs⸗ elt, ans, nem ſann hene iſt wor⸗ tehen Wie wun⸗ ſteht trübt

net, chſen farb'

ein nd, mit Cuch ſäͤule tder nden iſtalt ver⸗ wenn vinkt ver⸗ ange, ich! ſchen, ) R⸗ leiſe. eißet,

2

211

leuchtendem Blicke,ſüße Göttin von Melos! Gött⸗ licher Gedanke des unſterblichen Scopas*). Welche

vollendete Reinheit des Stils! Welcher Liebreiz und doch wie groß und erhaben! Noch iſt uns vergönnt, das Auge an deiner Schöne zu weiden, und ſelbſt der Dorfbewohner ſonnt ſich im milden Strahl deines Blickes. Wohl, war's nicht ein Landmann, der dich vor zwölf Luſtren dem Schutte deiner zerfallenen Niſche entriß? Ihr Muſen und Grazien! O ſtieget ihr wie⸗ der von euern Geſtellen zu ſeligen Geſchlechtern herab, ſie am Gängelband der Freude zu führen, und trätet ihr wieder unter die Menge blühender Jünglinge und Jung⸗ frauen, euch ſelber vergleichbar! Stein ſeid ihr dem modernen Barbaren. Den Lüſternen reizt die Weich⸗ heit und Wärme der Formen, aber wer vergeiſtigt ſich noch die ideale Schönheit eurer leiſen Conturen!

Alſo der Künſtler, und mit leichtem Gruße an Andres vorüberwandelnd, verſchwand er in den ſchatti⸗ gen Gängen.Da iſt's aus einem andern Ton gan⸗ gen, ſagt dieſer mit Lachen.Leut' wie der Schwarz ſind mir ſchon vorkommen, aber ſo Einer iſt mir noch neu. Das gffiel mir faſt beſſer, wenn's nicht ſo faſe lig wär. Stein bleibt Stein, was wird die weich ſein und warm! Narren ſind's Beide, der Eine hiſt naus, der Andere hott. Aber fort jetzt, dort kommet Rek⸗ ruten, das ſind dann wieder andere Philoſophen, ich kann mir's ſchon denken.

*) Bekanntlich wird die Venus von Melos(Milo) dem griechiſchen Bildhauer Scopas zugeſchrieben. Sie wurde von

einem griech. Bauern im Jahre 1820 beim Graben zufällig in

feiner Niſche entdeckt

Weiter ging's den Schloßgarten entlang am Som⸗ mertheater vorüber.Treten Sie ein, meine Herr⸗ ſchaften, nehmen Sie Platz, ſo eben hat das Stück angefangen. So rief der am Eingange ſtehende Hiſt⸗ rione.Was kann man da ſehen, wenn'sFragen er⸗ laubt iſt?Der böſe Geiſt Lumpacivagabundus wird geſpielt, Schauſpiel, Theater, Komödie und Oper zu⸗ gleich, erhält Andres zur Antwort,nur zwölf Kreu⸗ zer die Perſon, Kinder bezahlen die Hälfte. Hier iſt der Zettel.

Das käm' jetzt noch grad recht, ſagt der Andres. Kommt der auch auf dem Zettel, der jetzt ſo krakelt drin?

Ja wohl, mein Herr, belehrt ihn der Schau ſpieler mit herablaſſendem Lächeln,bemerken Sie ge⸗ fälligſt hier unten.

Ha, dann muß ja ſchon halben aus ſein, wenn's ſchon an dem iſt. Was kommt denn noch auf der anderen Seite?(er dreht den Theaterzettel um) was, gar nichts? G'horſamer Diener, das heiß ich d'Leut' prellen,'siſt d'Frag, ob s'Ganze drei Batzen werth iſt, und ich ſoll vor den Schluß ſo viel zahlen! Proſt Mahlzeit!

ganze heutig Tag kommt mir vor wie a Komödie, ſagt er, jedoch ohne der Audienz hiebei zu gedenken. Ich ſchätz wohl, wir gehen in d'Stadt zu einem ge⸗ hörigen Veſper, dann geht's in d'Kunſtausſtellung, für d'Muetter das Kunſtherdle z'kaufen.

C. K.

Der Sieg geprüfter Creue.

(Schluß von Seite 209.)

Kornelius van Hagen hatte den Wunſch, die ſchöne

Frau zu gewinnen, deſto eifriger genährt, da er nach

dem Falle eines reichen Hauſes in Charlestown, wobei er bedeutend verlor, die Hoffnung vereitelt ſah, durch ſeine Reiſe nach Amerika einen anſehnlichen Vortheil zu gewinnen, und er war in einer Lage, wo ihm nichts willkommener geweſen wäre, als eine reiche Braut.

Lamotte wurde von ähnlichen Beweggründen gelei⸗ tet. Gelang es ihm, Henriettens Hand zu gewinnen, ſo konnte er die beſchwerlichen Arbeiten neuer Anſied ler erſparen, und die Annehmlichkeiten einer großen Stadt genießen, oder wohl gar in ſeine Heimath zu⸗ rückkehren.

Beide ſchwiegen beſtürzt, und ſannen, wie ſie der Aufforderung ausweichen ſollten, die in Henriettens Worten lag. Velthuſen war nicht weniger überraſcht, aber was die Hoffnung ſeiner Freunde niederſchlug, hatte ſein Herz erhoben und ihm neuen Muth gegeben. Er glaubte es nun wieder wagen zu können, ſein Auge zu der geliebten Frau aufzurichten, und er freute ſich beinahe, daß die Laune des Schickſals ihre Lage der Seinigen ähnlicher gemacht hatte.

Seine Freunde ſchienen aber nicht Luſt zu haben,

daran

der jungen Wittwe ihre Dienſte zur Beſorgung der Angelegenheit in Jamaika anzubieten; und eben war Velthuſen im Begriffe, ſeine Bereitwilligkeit zu erklä⸗ ren, als Henriette, die in ſeinen Blicken leſen konnte, was in ſeiner Seele vorging, das Schweigen unter⸗ brach.

Was ich Ihnen mitgetheilt habe, meine Herren, ſprach ſie,darf das Vergnügen nicht ſtören, das wir auf unſerer Luſtfahrt uns verſchaffen wollen. Ich bitte Sie, kein Wort mehr davon. Ich vergeſſe gern

meine Sorgen, und ich hoffe, Sie werden mich nicht erinnern wollen. Kommen Sie, ich höre den Wagen vorfahren. Nach unſerer Rückkehr, oder mor⸗ gen, werde ich Ihnen die Schriften vorlegen, die ſich auf meine Angelegenheit beziehen, und Jeder von Ihnen wird ſo gütig ſein, mir ſeinen Rath zu geben.

Dieſe Worte brachten den Franzoſen und den Hol⸗ länder wieder in eine etwas unbefangenere Stimmung, und da auch Velthuſen, in ſeinem Entſchluſſe und in ſeinen Hoffnungen geſtärkt, heiterer ſein konnte, ſo freuten ſich die Männer des ſchönen Sommertages an

der Seite der reizenden Frau, die Alles aufbot, die

Unterhaltung zu beleben. Es war auf dem angeneh⸗ men Landſitze am Meeresufer eine zahlreiche Geſell⸗ 1 27 ¾