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Tzengaris, und wer von uns wird nun nicht im Au⸗ genblicke, wenn er dieſe Schilderung liest, ausrufen: „die Tzengaris ſind Zigeuner?“
Doch was war der Grund, warum ein Theil der Tzengaris Aſien verließ, um nach Europa herüberzu⸗ wandern? Hierüber geben die Tzengaris ſelbſt keine Auskunft, und in den alten Chroniken iſt ebenfalls nichts zu finden. Somit kam man abermalen auf eine Menge von Vermuthungen, und nicht wenige Schrift⸗ ſteller ſchworen darauf, daß es mit dem Wandern der Zigeuner dieſelbe Bewandtniß habe, wie mit dem Wan⸗ dern des ewigen Juden, denn Beides ſei eine von Gott diktirte Strafe. Andere dagegen meinten, der Zug der Zigeuner ſtehe im Zuſammenhang mit dem großen Heereszug der Tartaren unter Timur oder Tamerlan, der zu Ende des 14. und zu Anfang des 15. Jahr⸗ hunderts ganz Aſien bis an die Grenzen Europas er⸗ ſchütterte, und dieſe Vermuthung dürfte wohl die rich⸗ tige ſein. Nur muß man ſich die Sache nicht ſo vor⸗ ſtellen, als ob die Tzengaris vor Timur geflohen ſeien, wie z. B. die Armenier, die Koſaken und andere ſeß⸗ hafte Völkerſchaften, welche ſich ſeinem Scepter nicht unterwerfen wollten. Die Zigeuner bildeten ja keine geſchloſſene Corporation, die einen beſtimmten Diſtrikt inne hatte, ſondern lebten über halb Aſien zerſtreut, überall ſich ſo nährend, wie es ihre Natur und Er⸗ ziehung mit ſich brachte. Sie flohen alſo nicht vor Timur und ſeinem Tartarenheere, ſondern ſie folgten vielmehr dem letzteren, weil ſie da als Muſiker, Tän⸗ zer, Gaukler oder Marketender an ihrem Platze waren, und weil ihnen zugleich ein ungeheures Feld zur Er⸗ werbung fremden Eigenthums offen ſtand. Natürlich übrigens betrug ihre Zahl nicht etwa blos wenige Hun⸗ derte, ſondern vielmehr ſehr viele Tauſende, denn man kann ſich ja denken, wie unendlich groß der Troß ſein mußte, der einem Heere von 700,000 Mann zu ge⸗ nügen hatte, und überdies veranſtaltete Tamerlan nach jedem Siege, den er erfocht, großartige Feſte, wobei Muſik, ſowie Tänze und Künſte aller Art, wie Cheref⸗ Eddin berichtet, eine Hauptrolle ſpielten. Sie hatten alſo eine gute Ernte, die Tzengaris aus Hindoſtan, allein mit der Zeit ſcheint ſie ihr Trieb nach fremdem Eigenthum zu weit getrieben zu haben, und auch ſonſt gaben ſie durch ihr ordnungswidriges Betragen zu vie⸗ len blutigen Raufereien Anlaß. Demgemäß beſchloß Tamerlan, der eben nach der Eroberung von Klein⸗ aſien im Begriffe war, ſein Heer nach China zu füh— ren, ein Exempel zu ſtatuiren, und ließ eine große Anzahl der„Zingaris“(ſo nennt ſie Achmed-⸗Ben⸗ Arabſchah, der Biograph des Chans) hinrichten. Dar⸗ über aber erſchrak wahrſcheinlicherweiſe der übrige Theil der Zigeuner ſo ſehr, daß ſie ſich gänzlich vom Heere der Tartaren trennten, um in entgegengeſetzter Rich⸗ tung fortzuziehen, und nun hat man eine wenigſtens denkbare Erklärung vom Erſcheinen der Tſingaris auf europäiſchem Grund und Boden im Jahre 1417.
Sei übrigens der Grund ihrer Einwanderung in Europa, welcher es wolle, die Thatſache der Ein⸗ wanderung iſt ſicherlich da, und ſomit drängt ſich uns unwillkürlich die Frage auf, wie ſich die Bewohner Europas gegen die Eindringlinge verhielten. Die Ant⸗ wort iſt übrigens eine ſehr kurze:„man ſtaunte ſie an und fürchtete ſie,“ und Beides hatte ſeinen ganz natürlichen Grund. Wer würde nämlich bei dem Anblicke einer ſo durchaus fremdartigen Menſchenrace,
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wie die Zigeuner waren, nicht geſtaunt haben, und wer hätte ſich der Furcht vor ihnen erwehren können, da ſie, wie man allgemein glaubte, die Gabe der Wahr⸗ ſagekunſt, der Hexerei und der Geiſterbeſchwörnng be⸗ ſitzen ſollten? Weil man ſie nun aber fürchtete, ſo duldete man ſie auch, und einzelne Fürſten, ſowie ſelbſt der deutſche Kaiſer Sigismund, gaben ihnen ſo⸗ gar Freibriefe; allein bald erkannte man ihr wahres Weſen, und nun hüätte man ſich der läſtigen Gäſte nur zu gerne wieder entledigt. Trieben ſie es doch, wohin ſie auch kamen, faſt gar zu ſtark, und zwar ſowohl im Stehlen als im Betrügen, ſo daß z. B. der Schweizerchroniſt Stumpf ſchon im Jahre 1425 von ihnen ſchreibt:„ein unnutz ſchelmiſch Bubenvolk, deren iſt der frömmeſt ein Dieb, denn ſie allein ſich durch ſtehlen ernähren!“ Deßwegen wies man ſie auch an verſchiedenen Orten aus, wie z. B. ſchon anno 1418 unter Friedrich dem Streitbaren aus Sachſen, und anno 1422 aus Baſel, weil ſie allda das ganze Wie⸗ ſenthal ausgeplündert hatten. Daſſelbe that in Würt⸗ temberg Herzog Eberhard im Bart, und verſchiedene andere regierende Herren folgten ſeinem Beiſpiel; allein was halfen alle dieſe„vereinzelten“ Maßregeln? Nichts oder wenigſtens ſo viel als nichts, denn wenn die
Zijgeuner auch aus dieſem oder jenem Territorium ver⸗
trieben wurden, ſo wanderten ſie einfach in den Nach⸗ barſtaat, und von„gemeinſamen“ Handlungen der verſchiedenen Regierungen konnte im 15. Jahrhundert bei der Lockerheit der Staatsverfaſſung Europas noch nicht die Rede ſein. Später freilich, im 16. und 17. Jahrhundert, ergriff man da oder dort ſchärfere Maß⸗ regeln, aber das ſchlaue Volk der Tzengaris wußte ſich doch zu erhalten und vereitelte ſelbſt die Verordnungen großer Machthaber. So befahl z. B. Ferdinand der Katholiſche anno 1492 die Austreibung aller„Nicht⸗ chriſten“ aus ſeinen Landen, und unter dieſe Klaſſe gehörten natürlich auch die Zigeuner. Was war nun aber die Folge? Siebenzigtauſend Familien von Mau⸗ ren und Juden verließen die pyrenäiſche Halbinſel; die Zigeuner jedoch blieben, denn ſie bekannten ſich ſofort äußerlich zum Chriſtenthum, und fanden überdies in den zahlreichen Gebirgen und Wäldern Spaniens eine ganz ſichere Zuflucht. Auch ſpätere Geſetze, welche dem nomadiſirenden oder vielmehr vagabundirenden Völklein befahlen, feſte Wohnſitze zu beziehen, blieben der Be⸗ ſchaffenheit des Landes wegen ziemlich fruchtlos, und noch jetzt findet man in Spanien, beſonders in den Umgebungen von Cadix, Cordova und Granada eine Menge von Zigeuner. Von etwas beſſerem Erfolg waren die Edikte, welche Frankreichs Beherrſcher, ins⸗ beſondere Franz I., gegen die braunen Vagabunden er⸗ ließen, aber ſelbſt der Beſchluß des Reichstags von Orleans vom Jahr 1561:„dieſelben durch Feuer und Schwert zu vertilgen,“ konnte ſie nicht gänzlich ver⸗ ſchwinden machen, obwohl ihre Zahl allerdings ſehr abnahm. Man begegnet daher noch immer einzelnen Banden, welche das Elſaß und Lothringen, ſowie den Süden Frankreichs durchziehen, und auf allen Märk⸗ ten oder Feſten traten ſie als Muſiker, Seiltänzer, Wahrſager, Bettler und— Diebe auf. In gleicher Weiſe ſteht es um ſie in England, denn trotz der⸗ großen Verfolgungsakte König Heinrichs VIII. vom Jahre 1531 ſind ſie in einzelnen gebirgigen Grafſchaf⸗ ten, beſonders bei Bedfort, noch in ziemlicher Anzahl zu treffen, und ganz daſſelbe gilt auch von Italien,
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